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Pressemitteilung – Deutscher Jagdverband

Jagd und Kitzrettung während der Ausgangssperre

Düsseldorf, 29. April 2021 (MULNV)

In der letzten Woche haben Bundestag und Bundesrat eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes (IfSG ) verabschiedet. Inzwischen liegt auch die mit den Bundesressorts BMG und BMI abgestimmte Auslegungshilfe zur Einzeljagd während der Ausgangssperre vor. Darin ist auch eine Regelung zu nächtlichen Ausgangssperren aufgenommen.

Ein aktueller Erlass der Obersten Jagdbehörde des Landes NRW an die Unteren Jagdbehörden von heute Morgen bestätigt auf dieser Grundlage noch einmal die mit dem Erlass vom 23.04.2021 erläuterten Regelungen zur Einzeljagd sowie die Möglichkeit der Durchführung von Nachsuchen, der Fallwildversorgung und Rehkitzrettung:

1. Einzeljagd während der Ausgangssperre

Angesichts der grundlegenden Bedeutung der Jagd für die Bekämpfung und Prävention der Afrikanischen Schweinepest sowie den Schutz der land- und forstwirtschaftlichen Kulturen und des Gemüse- und Weinbaus vor Wildschäden auf den Flächen der land- und forstwirtschaftlichen Eigentümer stellt die Ansitz- oder Pirschjagd auf Schalenwild in der Zeit der Ausgangssperre einen gewichtigen und unabweisbaren Zweck dar. Daher ist die Jagdausübung in Form der Einzeljagd unter diesem Punkt der Generalausnahme zu subsumieren.

2. Rehkitzrettung

Maßnahmen der Rehkitzrettung fallen unter § 28b Absatz 1 Nummer 2 Ziffer e) bzw. f) IfSG, wenn Jägerinnen und Jäger in den frühen Morgenstunden mittels Drohnen oder Hunden Rehkitze in Wiesen aufsuchen, um sie davor zu bewahren, beim Mähen der Wiesen von den Mähmaschinen verletzt oder getötet zu werden.

3. Nachsuchen/Fallwild

Die Bergung von Fallwild und die Durchführung von Nachsuchen während der Ausgangssperre fällt unter den Ausnahmetatbestand des § 28b Absatz 1 Nummer 2 Ziffer e) bzw. f) IfSG und ist auch während der Ausgangssperre möglich.

Quelle: https://www.ljv-nrw.de/inhalt/ljv/aktuelles/wichtige-informationen/jagd-und-kitzrettung-wahrend-der-ausgangssperre

Stellungnahme der Jäger

Rücksichtloses Verhalten: Hegering appelliert an Waldbesucher

Die Setzzeit hat begonnen

Da sich der Frühling nun – nach mehreren Kälteeinbrüchen – endgültig durchsetzt, drängen immer mehr Menschen in ihrer Freizeit in die Natur. Doch dabei sollten sie sich rücksichtsvoll verhalten, denn Rehe und andere Waldtiere bekommen nun ihren Nachwuchs und brauchen deswegen vor allem eines: Ruhe.

Plettenberg „Es geht absolut nicht darum, die Leute zu diffamieren und den Moralapostel zu spielen, aber die Lage hat sich verschlechtert“, sagt Philip Plassmann, der beim Hegering Plettenberg für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Ein flüchtendes Rudel Damhirsche, nachdem es auf dem Acker beim morgendlichen Äsen durch Spaziergänger mit Hu7nd abseits der Wege gestört wurde. Foto: © P. Plassmann

Der Respekt für Wild und Wald sei geringer geworden, das beobachten Jäger nicht nur in den Plettenberger Revieren, sondern auch in den Nachbargemeinden. Dass mehr Menschen Erholung in der Natur suchen und gerade auch in Corona-Zeiten Abstand von der Pandemie suchen, dafür habe man Verständnis. Jeder solle in der Natur sein können, wie er es brauche. „Wir sehen aber Handlungsbedarf, weil die Leute sich respekt- und rücksichtlos verhalten, auch wenn sie das teilweise gar nicht realisieren.“

Flächen nicht betreten

Das gilt insbesondere jetzt zur Setzzeit. „Rehe, Hasen und Wildschweine kriegen jetzt ihre Jungen, die zum Teil auf landwirtschaftlichen Flächen geboren werden“, erklärt Plassmann. Was viele nicht wüssten: Es sei gesetzlich verboten, landwirtschaftliche Flächen wie Heuwiesen, Getreidefelder oder Maispflanzungen zu betreten.

(Gesetz zum Schutz der Natur in Nordrhein-Westfalen (Landesnaturschutzgesetz – LNatSchG NRW) vom 21.07.2000 – Paragraph § 57)

Freilaufende Hunde

Und erst recht sollte man dort seinen Hund nicht frei herumlaufen lassen. Plassmann selbst erlebt es immer wieder, dass herrenlose Hunde im Wald abseits der Wege unterwegs sind – sogar Hasen hinterherjagen – und weit und breit sei kein Halter in Sicht oder folge erst im Abstand von einem halben Kilometer. „Man sieht auch immer wieder, dass mal eben ein Stöckchen auf die Wiese geworfen wird“, sagt Plassmann. Wenn die Hunde dabei ein Kitz oder einen Junghasen, bei denen der Fluchtreflex sich noch nicht ausgebildet habe, folgten Hunde dann manchmal ihrem Instinkt: „Das ist eine Beute, die schnapp ich mir jetzt.“

Der Rehbock verhält sich sehr vorsichtig und ist zur Flucht bereit, sobald sich ein Mensch noch weiter annähert. Er nimmt eine Störung längere Zeit übel und kommt nhäufig erst am späten Abend wieder aus der Deckung, um weiter zu äsen. Dieser Rehbock wurde wenige Tage nach der Aufnahme in der Hechmecke Opfer einer Hundeattacke. Foto: © P. Plassmann

Übrigens sollten gefundene Jungtiere auf keinen Fall angefasst werden, sondern gegebenenfalls einem Jäger gemeldet werden. Sobald das Tier seinen Eigengeruch verliert – und das passiere, wenn man es anfasst – , werde die Mutter es nicht mehr annehmen und es müsste verhungern.

Hasen werden oft durch freilaufende Hunde aufgescheucht: Das beobachten Jäger immer wieder. Da die Hasen zurzeit Junge zu versorgen haben, schadet jede Störung. Foto: © P. Plassmann

Auch Kirrungen sollten nicht betreten werden. Dabei handelt es sich um Flächen, die zur Wildschweinjagd genutzt werden und wo etwas Mais unter Baumscheiben liegt, um die Tiere anzulocken. „Der Geruch von vielen Menschen und Hunden auf dieser Fläche vertreibt das Wild.“ Das störe die Jagdausübung, was bei den ohnehin schon schwierig zu bejagenden Wildschweinen zu einem unnötigen Problem werde.

Mountainbiker stören

Störungen entstehen allerdings nicht nur durch Waldapaziergänger mit Hunden, sondern auch durch Freizeitsportler, vor allem Mountainbiker. Laut Wald – und Forstgesetz, bzw Landesnaturschutzgesetz, dürfen Mountainbiker nur auf ausgewiesenen Wegen fahren, nicht abseits davon. ,, Wir drücken auf den Strecken, die Teil des P-Wegs sind, die Augen zu, aber abseits davon sollte nicht gefahren werden.“ Und trotzdem geschieht es. Gerade wenn Mountainbiker auf Singletrails abseits der Wege unterwegs seien, werde das Wild ungemein gestört. Betroffen sei unter anderem eine Singletrail-Strecke oberhalb von Holthausen an der Gartenstraße, die nicht Teil des P-Wegs sei. Obwohl immer wieder angesprochen werde, dass dort nicht gefahren werden dürfe, seien einige Radler trotzdem dort unterwegs. Erst vor wenigen tagen machten Plassmann und ein Jägerkollege diese Beobachtung beim Ansitz an der Wiese, auf der zwei trächtige Ricken standen, die wegen der Kitze in ihrem Bauch besonders viel Ruhe benötigen. ,, Auf dem Singletrail fuhren dann drei Mpuntainbiker. Obwohl sie noch mehr als 100 Meter entfernt waren, sind die Ricken sofort panisch geflüchtet. Die Mountainbiker haben das gar nicht bemerkt und sich lautstark unterhalten, das Wild wurde aber nachhaltig dadurch gestört.“

(Gesetz zum Schutz der Natur in Nordrhein-Westfalen (Landesnaturschutzgesetz – LNatSchG NRW) vom 21.07.2000 – Paragraph § 57)

Neben den Wildschweinen haben bereits Hasen, Kaninchen und Füchse ihren Nachwuchs bekommen. Die Rehkitze werden im Mai gesetzt. Alle Wildtiere brauchen in der Aufzuchtzeit Ruhe und keine Störung durch Mountainbiker, die querfeldein fahren. Foto: © P. Plassmann

Zusätzlich verschwinden durch die Abholzungen Rückzugs- und Erholungsräume für die Tiere. „Wenn man sich die erschreckenden Ausmaße anguckt, wenn ein Harvester mit einer Waldfläche durch ist: Da gibt es keine Deckung und keine Äsung mehr für die Tiere. Das sind im Moment tote Flächen.“

Ein Vorwurf an Waldbesitzer oder Forstarbeiter sei das selbstverständlich nicht. Die Bäume müssten aus dem Wald raus. Mangels Äsung – also Futter – produzieren die Ricken auch weniger Milch, die Tiere sind weniger gut genährt. „Das Wild nimmt vom Wildbretgewicht her immer mehr ab“, stellt Plassmann fest.

Wenn die einen Flächen zur Nahrungssuche oder als Erholungsräume für das Wild verloren gehen, würden diese sich in andere Flächen zurückziehen, wo sie dann von Menschen, die sich dort ebenfalls aufhalten, mitunter gestört werden. Das müssen diese noch nicht einmal mitbekommen, denn das Wild sieht oder wittert die Menschen viel früher als umgekehrt. „Man sieht dann als Waldbesucher kein einziges Stück Wild im Wald, obwohl man vorher schon 20 Stück verschreckt hat“, so Plassmann.

Ein weiteres Thema, das den Hegering in wenigen Wochen beschäftigen wird, ist die Kitzrettung vor dem ersten Grasschnitt Ende Mai, Anfang Juni. Die gesamte Jägerschaft werde dann zu Fuß mit jagdlich geführten Hunden – die zeigen ein Kitz nur an, berühren es aber nicht – und Drohnenunterstützung verstärkt nach Kitzen suchen, bevor eine Wiese gemäht wird.

Wie viele Kitze man finde, sei sehr unterschiedlich und hänge auch davon ab, wann ein Landwirt die Jäger informiert. „Wenn ein Bauer rechtzeitig Bescheid gibt, stellen wir am Abend vor der Mahd Plastikfolien auf, die unangenehme Geräusche machen, sodass die Ricken mit dem Nachwuchs aus der Wiese rausgehen“, erklärt Plassmann. Beim Nachschauen am Morgen finden wir dann kaum noch Kitze.

Wird die Mahd kurzfristiger mitgeteilt, sodass das Vergrämen mit den Folien nicht möglich ist, werden entsprechend mehr Kitze entdeckt. „Letztes Jahr haben wir ein sehr großes Areal mit mehreren Jägern und einer Drohne abgesucht und vier Kitze gefunden“, so Plassmann. „Es ist schön, wenn man die Kitze rechtzeitig vor der Mahd retten kann.“

Quelle: Süderländer Tageblatt Bericht: Johannes Opfermann; Bilder: Philip Plassmann

Pressemitteilung – Deutscher Jagdverband

Bundesregierung bestätigt Einzeljagd trotz Ausgangssperren

April 2021 (DJV) Berlin

Verunsicherungen mit einem Rundschreiben an die Behörden beendet. Auch Nachsuche und Kitzrettung sind zulässig.

In einem Rundschreiben an die obersten Jagdbehörden der Bundesländer hat das Bundeslandwirtschaftsministerium (in Abstimmung mit dem Innen- und dem Gesundheitsministerium) bestätigt, dass die Einzeljagd auf Schalenwild auch dort zulässig ist, wo eine nächtliche Ausgangssperre nach dem Infektionsschutzgesetz besteht.

Die Bundesministerien machen sich damit die Auffassung zu eigen, die bereits im Gesetzgebungsverfahren zahlreiche Abgeordnete vertreten hatten: „Angesichts der grundlegenden Bedeutung der Jagd für die Prävention und Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest sowie den Schutz der land- und forstwirtschaftlichen Kulturen und des Gemüse- und Weinbaus vor Wildschäden auf den Flächen der land- und forstwirtschaftlichen Eigentümer stellt die Ansitz- oder Pirschjagd auf Schalenwild in der Zeit der Ausgangssperre einen gewichtigen und unabweisbaren Zweck dar.“

Damit ist nunmehr klar, dass die Jagd – insbesondere auf Schwarzwild, aber auch auf anderes Schalenwild – auch dann möglich ist, wenn eine nächtliche Ausgangssperre aufgrund des kürzlich geänderten Infektionsschutzgesetzes gilt. Bereits im Gesetzgebungsverfahren hatte sich der Deutsche Jagdverband (DJV) für eine entsprechende Regelung eingesetzt. Im Gesetzgebungsverfahren wurde die Auffassung des Gesetzgebers zur Jagd deutlich – nämlich, dass die Jagd auf Schalenwild in der Regel unter die generelle Ausnahmeklausel in § 28b des Infektionsschutzgesetzes fällt. Dennoch gab es im Anschluss bei vielen Jägerinnen und Jägern Unsicherheit, was nun erlaubt ist. Auch bei vielen Jagdbehörden war das der Fall. Diese Unsicherheiten sind nun mit der Klarstellung der Ministerien ausgeräumt.

Der DJV weist in diesem Kontext darauf hin, dass im Zusammenhang mit der Jagd auch weitere Ausnahmen gelten: Das Gesetz sieht nämlich (ausdrücklich) vor, dass eine Ausnahme auch für die Versorgung von Tieren gilt. Dazu zählen auch die Nachsuche, etwa nach einem Verkehrsunfall, oder die Kitzrettung vor der Mahd – beides ist schon aus Tierschutzgründen erforderlich.

Quelle: https://www.jagdverband.de/bundesregierung-bestaetigt-einzeljagd-trotz-ausgangssperren

DER WOLF – Immer mehr Sichtungen im Märkischen Kreis

„Probleme mit Jägern gibt es nicht“

INTERVIEW Dr. Matthias Kaiser, Leiter des NRW-Wolfsmonitorings

Plettenberg – Im Zuge der Berichterstattung über mögliche Wolfssichtungen in Plettenberg sprach Georg Dickopf mit Dr. Matthias Kaiser, Leiter des NRW-Wolfsmonitorings im Lanuv (Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz) über das Monitoring, die Wolfsberater und die Arbeit der Behörde. Die hatte gegenüber Plettenberger Jägern betont, dass durch die Corona-Lage die Begutachtung eines Wildtieres nicht immer garantiert werden könne.

Muss die DNA-Entnahme eines Fundtieres in den ersten 24 Stunden erfolgen? Haare, Kot, Blut oder Speichelreste, die ein Wolf hinterlässt, eignen sich für die genetische Analyse. Bei frischen und umfangreichen Proben lassen sich neben der sicheren Bestimmung des Wolfes auch das Geschlecht und verwandtschaftliche Beziehungen zu anderen bereits registrierten Tieren feststellen. Diese Auswertungen werden im Laufe der Zeit immer schwieriger, nach 48 Stunden ist im Regelfall kein Ergebnis mehr zu erwarten. Die Vorgabe lautet daher, dass eine Probe innerhalb von 24 Stunden genommen werden sollte, um recht sicher ein Ergebnis erzielen zu können. Gerade bei tot aufgefundenen Wildtieren kommt es vor, dass eine genetische Probenahme nicht mehr sinnvoll durchzuführen ist, da die Liegezeit und damit das Alter von Wildtierkadavern nicht mehr in diesen Zeitraum fallen. In solchen Fällen kann unter Umständen auch auf eine zeitnahe Dokumentation verzichtet werden.

Ist eine solche Dokumentation verzichtbar bei Wildtieren? Aus Sicht des Monitoring ist eine fehlende Dokumentation bedauerlich, gerade Wildtierrisse geben weitergehende Hinweise auf die natürlichen Beutetiere des Wolfes und sind im Monitoring leider immer unterrepräsentiert. Das Lanuv hat ein hohes Interesse daran, auch diese Fälle zu untersuchen. Hinweise sollten daher immer unmittelbar auch bei Wildtieren direkt an die Wolfsberaterinnen und Berater oder direkt an das Lanuv weitergegeben werden.

Ist ein Biss in die Kehle ungewöhnlich für einen Wolf? Und was ist ein typischer Tötungsbiss eines Wolfes? Die Unterscheidung, ob ein gerissenes Wild-, Haus- oder Nutztier von einem Wolf oder Hund getötet wurde, ist aus Sicht des Wolfsmonitorings sicher nur durch einen Genetiknachweis zu erbringen. Es gibt zwar typische Merkmale, die auf einen Wolf als Verursacher hindeuten, dazu gehören Kehlbiss, Verschleppen oder Lage des Pansen. Diese müssen jedoch nicht in jedem Fall vorhanden sein. Es gibt erfahrene Hunde und es gibt unerfahrene Wölfe. Über das genetische Monitoring an Nutzund Wildtierrissen mit Wolfsverdacht kommt es jedoch regelmäßig auch zu genetischen Nachweisen von Haushunden als Verursacher und / oder Nachnutzer von verendeten Tieren.

Frisst ein Wolf auch die Eingeweide eines Tieres? Neben Muskelfleisch und Knochen werden vom Wolf auch Innereien gefressen. Typisch für einen Wolfsriss ist jedoch, dass der Pansen meist außerhalb des Beutetieres gefunden wird. Ganz offensichtlich verschmähen Wölfe den Pansen mit seinem Inhalt, ganz im Unterschied zu vielen Haushunden.

Was macht man, wenn der Wolfsberater verhindert ist? Falls eine Dokumentation vor Ort nicht zeitnah möglich ist, sollten die oben angeführten Punkte fotografisch dokumentiert werden, die Losung kann auch eingefroren gelagert und die Dokumentation mit dem Wolfsberater nachträglich durchgeführt werden. Im besten Fall wird man diese Optionen durch einen Anruf beim Lanuv klären können. Eine genetische Untersuchung ist nur beim Forschungsinstitut Senckenberg nach Beauftragung durch das Lanuv möglich.

Können die Veterinäruntersuchungsämter nicht bei der Untersuchung helfen? Die Veterinäruntersuchungsämter (CVUA) in NRW können hierbei nicht weiterhelfen. Die CVUAs haben die Aufgabe, veterinärmedizinische Untersuchungen vorzunehmen. Die Sicherung von Spuren sollte aber immer am Ort des Geschehens stattfinden. Dies ist Aufgabe des wissenschaftlichen Wolfsmonitorings und kann daher auch nur in diesem Rahmen geleistet werden. Die Veterinäruntersuchungsämter sind bereits in das Wolfsmonitoring eingebunden. Gerade bei Nutztierrissen ist die Ermittlung des eigentlichen Schadenverursachers eine Voraussetzung für Entschädigungen, die die Tierhalter über die Förderrichtlinien Wolf bekommen können.

Wie oft werden die Wolfsberater für die DNA-Probenentnahmen geschult und ist diese Schulung verpflichtend? Die genetische Probenahme ist Teil der Schulung zu gerissenen Nutz- und Haustieren. Bevor also eine Person „offiziell“ auf die Liste der Luchsund Wolfsberater kommt, haben bereits zwei Schulungen zu dieser Arbeitsweise stattgefunden. Diese Voraussetzungen sind verpflichtend. Die Berater werden durch das Lanuv gehalten, die Schulungen regelmäßig auch nach der offiziellen Listung zu besuchen. Diese Auffrischungsschulungen findet in unregelmäßigen Abständen statt, im Regelfall jedoch mindestens alle zwei Jahre. Dies dient der Sicherstellung einer regelmäßigen Information der Wolfsberater über neue Entwicklungen im Rahmen des Monitorings. Eine Verpflichtung zur Auffrischung gibt es nicht, die Wolfsberater nehmen diese Schulungen aber sehr gerne wahr, unter anderem zum Erfahrungsaustausch untereinander.

Beim Fall in Balve war der Besitzer froh über den schnellen Einsatz der Wolfsberater, die sagten, dass das Ergebnis in drei bis vier Wochen vorliege. Tatsächlich dauerte es über sieben Wochen. Beim Fall eines gerissenen Shetland- Ponys in Schermbeck dauerte die DNA-Untersuchung zwei Wochen. Gibt es eine Prioritätenliste? Es gibt keine Prioritätenliste bei Senckenberg. Es gab bei der Bearbeitung der Proben aus Balve jedoch Weihnachtsferien im Labor und Verzögerungen durch die Postzustellung über die Feiertage und den Jahreswechsel. Die Bearbeitung der Proben im Senckenberg- Institut dauerte in beiden Fällen exakt gleich lang. Das Forschungsinstitut Senckenberg hat die Bearbeitungskapazitäten in den letzten Jahren ausgebaut und verstetigt. Eine Bearbeitung ist derzeit im Labor in wenigen Werktagen möglich.

Was würde sich ändern, wenn diese Region zum Wolfsland erklärt würde? In Wolfsgebieten, Wolfsverdachtsgebieten und entsprechenden Pufferzonen ist nach den Förderrichtlinien Wolf eine Förderung von wolfsabweisenden Herdenschutzmaßnahmen möglich. Entschädigungen bei Nutztierrissen nach den Förderrichtlinien Wolf sind hiervon nicht betroffen. Diese Möglichkeit gibt es bereits jetzt landesweit.

Bei der Recherche war oft der Satz zu hören: „Sich beim Wolfsmanagement zu melden, bringt sowieso nichts. Die kümmern sich nicht wirklich.“ Gibt es ein Kommunikationsproblem mit Jägern? Das Lanuv ist 24 Stunden am Tag erreichbar. Über die Nachrichten-Bereitschaftszentrale und das Funktions- Email-Postfach wolf_nrw@lanuv. nrw.de können Hinweise oder Meldungen von Nutztierrissen jederzeit abgegeben werden. Diese Möglichkeiten werden vielfach genutzt. Das Lanuv erreicht eine Vielzahl von Hinweisen auf mögliche Wolfssichtungen, die alle einzeln geprüft und bewertet werden. Die Sichtungen ohne weiteren Beleg, also ohne Fotos oder Videos, können nach den bundesweiten Monitoringstandards jedoch nicht als Wolfsnachweis gewertet werden. Sie werden im Regelfall als „C3“ – unbestätigter Hinweis – in die Datenhaltung des Lanuv aufgenommen. Sie sind damit aber nicht verloren und vergessen, sondern können im Nachgang eines echten Nachweises im Umfeld wertvolle Hinweise zur weiteren Beurteilung des Status des Wolfes vor Ort liefern. Diese Monitoringergebnisse sind nicht jedermann bekannt, obwohl sie auch im Wolfsportal NRW publiziert werden. Ein Kommunikationsproblem von unserer Seite aus gibt es mit der Jägerschaft daher nicht. Jäger sind für uns wichtige Partner im Rahmen des wissenschaftlichen Wolfsmonitorings. Wir benötigen Hinweise genau von den Personen, die viel in der Feldflur unterwegs sind und wichtige Beobachtungen machen können. Es ist wichtig, dass auch diese Beobachtungen über den offiziellen Weg an das Lanuv gemeldet werden, nur dann können wir die Hinweise nach den geltenden bundesweiten Standards aufnehmen und wissenschaftlich bewerten.

© Artikel und Fotos: Süderländer Tageblatt, Georg Dickopf
DER WOLF –  Immer mehr Sichtungen im Märkischen Kreis

Jäger sind enttäuscht vom Wolfsmanagement

Wurden Hinweise auf möglichen Wolfsriss in Plettenberg nicht ernst genommen?

Plettenberg – Vor gut fünf Wochen soll es passiert sein. Ein Plettenberger Unternehmer (Name ist der Redaktion bekannt) stand hinter seiner Firma und blickte auf eine Wiese. Und dort stand nach seinen Angaben in rund 20 Meter Entfernung ein stattlicher Wolf. „Der war nicht sonderlich menschenscheu, sondern ist erst nach einiger Zeit langsam davongetrottet“, berichtet der Plettenberger, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte und das auch begründet: „Bei mir stand in den letzten Wochen das Telefon nicht still.“

In Plettenberg Schafe gerissen? Zahlreiche Jäger und interessierte Bürger hätten ihn angerufen und wollten ihn ausfragen. Auf die Frage, warum er seine Sichtung nicht beim Wolfsmanagement oder zuständigen Wolfsberater meldete, sagte er: „Das bringt doch sowieso nichts.“ Dabei war es offenbar nicht das erste Mal, dass der vermeintliche Wolf sich dem etwas außerhalb gelegenen Grundstück näherte, denn der Plettenberger berichtete von mehreren gerissenen Schafen. Auf eine Meldung beim Wolfsmanagement des LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz) verzichtete er, was ihm bei amtlich dokumentierten Wolfsnachweisen per DANN Analyse eine Entschädigung gebracht hätte. Eine solche Analyse hätten auch der Plettenberger Hegeringleiter Hartmut Tengler und Landwirt Friedrich-Wilhelm „Friwi“ Schulz-Wiemann gerne gehabt. Denn sie sind sicher, auf der Spur eines Wolfes gewesen zu sein. Nur von offizieller Stelle wurde das nie bestätigt.

Rehkadaver oberhalb Bremcke! Rückblende: Es geht um den 5. Mai 2020. Ein Bekannter berichtete Landwirt Friwi Schulz-Wiemann von der ungewöhnlichen Reaktion des riesigen Damwildrudels, das im oberen Elsetal auf den Wiesen stand. An jenem Tag seien die Tiere voller Panik über die Wiese galoppiert. Später am Tag kam dann der Hinweis einer Reiterin, die einen Rehkadaver oberhalb von Bremcke gefunden hatte. Als Friwi Schulz-Wiemann den Kadaver sah, der einen Kehlbiss aufwies und bei dem die Eingeweide fehlten, informierte er sofort den zuständigen Wolfsberater Thomas Kroll-Bothe, der jedoch an diesem Tag verhindert war. „Deshalb haben wir den Kadaver schließlich mit Handschuhen vorsichtig in eine Tüte gepackt und ihn bei uns in die Kühlung gelegt“, berichtet Schulz-Wiemann. Da ihnen gesagt wurde, dass die Größe des Kehlbisses entscheidend sei und mindestens vier Zentimeter betragen müsse, markierten sie die Einblutungen durch die vier Fangzähne mit SchrauViben und maßen den Abstand, der 6,5 Zentimeter betrug. Einen Tag später füllte Wolfsberater Thomas Kroll- Bothe den Meldebogen aus. Die Bilder und Informationen wurden an Dr. Ingrid Hucht- Ciorga von der Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung beim Landesumweltamt gesendet. Eine Probenentnahme fand nicht statt, was mit der Anwesenheit eines Hundes zu tun hat. „Mein Hund hat das Tier nicht berührt“, versichert Schulz-Wiemann, der folgendes Schreiben von Dr. Hucht- Ciorga bekam: „Der Rehbock war bei der Begutachtung durch Herrn Kroll-Bothe nicht am Fundort, sondern in einem Plastiksack in einer Kühltruhe. Der originäre Fundort konnte somit nicht auf Spuren untersucht werden. Auch die Fundlage des Rehbockes und gegebenenfalls vorhandene Schleifspuren konnten nicht untersucht und dokumentiert werden. Auf einem Foto ist zu sehen, dass offenbar ein Hund in der Nähe des Kadavers war. Eine genetische Probenahme ist unter diesen Umständen nicht sinnvoll.“

„Kein typischer Tötungsbiss“ Auch zu dem Kehlbiss und den Spuren äußerte sich die Expertin in ihrem Schreiben an Hartmut Tengler: „Der Rehbock wies keinen für einen Wolf typischen Tötungsbiss am Hals auf. Bitte künftig keine Gegenstände – hier Schrauben – auf die freigelegten Bereiche legen; das verdeckt das Gewebe und erschwert die Beurteilung.“ Die Fraßspuren seien schon weitgehend eingetrocknet, nur an den Hinterläufen seien frischere Fraßspuren zu finden. Dr. Hucht-Ciorga weiter: „Die Fraßspuren sind unspezifisch. Ein Verdacht auf Tötung durch einen Wolf besteht nicht.“ Abschließend bedankte sie sich bei der Mitwirkung, verbunden mit dem Ratschlag: „Bei künftigen Verdachtsfällen belassen Sie bitte den Kadaver am Fundort und unterrichten einen unserer Luchsund Wolfsberater. Durch die aktuelle Corona-Lage kann es aber dazu kommen, dass bei Wildtieren eine Begutachtung vor Ort nicht organisiert werden kann.“

,,Arbeit mit Lanuv „unbefriedigend“ Für Hegeringleiter Hartmut Tengler und Friwi Schulz-Wiemann war die Zusammenarbeit „sehr unbefriedigend. Wir wurden wie zwei Schuljungen behandelt und fühlten uns nicht wirklich ernst genommen, dabei ging es uns um den wissenschaftlichen Nachweis“, sagt Schulz-Wiemann. Sein Versuch, Kreisveterinär Dr. Trappe einzubinden, scheiterte. „Er sagte mir, dass er das nicht darf“, bedauert der Plettenberger Jäger, der schon viele tote Rehe im Wald gesehen hat, aber noch nie einen solchen Fall. „Unsere Erfahrungen als Jäger wurden kurzerhand abgetan. Man hat uns einfach lächerlich gemacht“, findet der Landwirt. Auch das am gleichen Tag aufgescheuchte Damwildrudel habe die Wolfsexpertin trotz der Zusendung eines Videos abgetan. Wörtlich teilte sie mit: „Die Ursache für die Beunruhigung des Damwildes ist im Video nicht erkennbar. Daraus kann ich nicht ableiten, dass ein Wolf in der Gegend unterwegs sein muss. Nach meiner Beobachtung sind zur Zeit besonders viele Menschen im Wald unterwegs, mit Kindern und Hunden.“ Dem widerspricht der Landwirt massiv: „Die Tiere waren völlig durch den Wind. Radfahrer und Spaziergänger sind die gewohnt. Deshalb geraten die nicht Panik.“ Er selbst sei dagegen in Sorge, dass ein Wolf seine Fohlen in Offenstallhaltung angreife. Ganz abwegig erscheint das nicht, denn im Juli und Mai 2019 gab es dokumentierte Sichtbeobachtungen eines Wolfes mit Fotos in Kierspe und Meinerzhagen. In Meinerzhagen identifizierte das LANUV das Tier auf den Bildern eines Hobbyfotografen. Ebenfalls im Mai 2019 fanden sich Kot- und Urinspuren eines Wolfs in Neuenrade. Und nach dem dokumentierten Fall am 28. November 2020 in Balve-Langenholthausen soll auch in Beckum ein Wolf gesichtet worden sein.

Wolfslosung mit Rehhaar! In Plettenberg wurde offiziell noch kein Wolf dokumentiert, dabei hinterließ das Raubtier möglicherweise kurz nach dem Riss des oben beschriebenen Rehs einen genetischen Fingerabdruck. Rund zwei Kilometer von der Bremcke entfernt fanden Jäger am 25. Mai 2020 im Hestenberg fernab von Wanderwegen eine potentielle Wolfslosung Wolfslosung, die durch ihre Größe und die Inhaltsstoffe auffiel. „Die Losung war deutlich größer als bei einem Fuchs und wies jede Menge Rehhaare auf“, berichtet Philipp Plassmann, Sprecher des Plettenberger Hegerings. Man habe die Losung umgehend ohne Kontakt in einen Plastikbeutel eingetütet. Nach den zwiespältigen Erfahrungen mit dem Wolfsmanagement habe man diesmal einen anderen Weg gehen wollen. Deshalb nahm ein Jäger Kontakt auf zu Dr. med. vet. Martin Peters, Fachtierarzt für Pathologie und Mikrobiologie, am Chemischen Veterinäruntersuchungsamt in Arnsberg.

,,  Wir wurden wie zwei Schuljungen behandelt und fühlten uns nicht wirklich ernst genommen, dabei ging es uns um den wissenschaftlichen Nachweis. „Friwi“ Schulz-Wiemann zeigt sich enttäuscht über die Zusammenarbeit mit dem Wolfsmanagement

Genetische Untersuchung! Dr. Peters sagte nach der Betrachtung der Bilder, dass einiges dafür spreche, dass es sich um eine Wolfslosung handeln könnte. Näheres könne aber nur eine genetische Untersuchung zeigen, die er selbst allerdings nicht durchführen oder in Auftrag geben könnte. Dieses sei nur über das LANUV möglich und laut Wolfsmanagement Aufgabe des Senckenberg-Instituts in Gelnhausen beziehungsweise Görlitz. Dort nimmt man nach Aussage von Projektmanagerin Michelle Müller keine privaten Proben an. Stattdessen müsse das Institut vom jeweiligen Wolfsmanagement beauftragt werden. Insofern hätte die Losung zunächst zum LANUV geschickt werden müssen. Weil die Jäger nach den zuvor gemachten Erfahrungen letztlich darauf verzichteten, konnte der Beweis nicht erbracht werden, dass der Wolf sich in den Plettenberger Wäldern erleichtert hat und dabei auch jede Menge Rehhaare ausschied. Abschließend antwortete Dr. Martin Peters auf die Frage nach dem Wolf im Sauerland wie folgt: „Hier ziehen sicher Wölfe durch.“

© Artikel und Fotos: Süderländer Tageblatt, Georg Dickopf

DER WOLF –  Immer mehr Sichtungen im Märkischen Kreis
© Artikel und Fotos: Süderländer Tageblatt, Georg Dickopf
Hegeringintern

Traditioneller Fuchsansitz 2021

Ansitz ja, Geselligkeit nein – dank Corona

,,Alles anders als es sonst sein könnte“. Wem geht es seit knapp einem Jahr nicht so. In diesem Jahr mussten die Hegeringmitglieder leider auf ein geselliges Miteinander beim traditionellen Fuchsansitz Ende Januar verzichten. Die aktuelle Coronalage ließ es leider nicht anders zu. Trotzdem rief der Vorstand auf, die Ansitzjagd auf Sau, Fuchs und Co. revierübergreifend am letzten Januarwochenende, wenn auch jeder für sich allein auf dem Hochstand, abzuhalten.

Die Beteiligung fast aller Reviere war, wie die letzten Jahre auch, sehr gut. Einige Pächter luden zu dieser Möglichkeit auch wieder Jungjäger und revierlose Kameraden ein. Unter strenger Einbehaltung aller Coronauflagen, saßen die Jägerinnen und Jäger getrennt über das gesamte Wochenende an. War der Freitag wettertechnisch noch von Nebel und Regen geprägt, zeigte sich der Samstag mit einer dünnen Schneedecke von seiner besseren Seite. Insgesamt gelang es zwei Wildschweine, sieben Füchse und gar einen Waschbären zu erlegen. Letztere Wildart breitet sich zunehmend in Plettenberg aus.

Mit einem, wie er selbst sagt, einmaligem Jagderlebnis, welches er so auch noch nie hatte, konnte Hegeringmitglied Tim Niggemann aufwarten. Auf dem Nachtansitz kam ihm ein größeres Wildschwein, welches er sauber strecken konnte. Binnen Minuten erschien auf dem selben Wechsel erneut ein passender Schwarzkittel, der den ersten Schuss vermutlich durch den nahen, sehr lauten Bach, nicht vernommen hatte. Auch diesen bannte er erfolgreich an seinen Platz. Somit ist ihm mit dieser erfreulichen Doublette zugleich die Jagdkönigswürde beschieden. Zudem konnte ein weiterer Jäger gleich drei Rotröcke sauber erlegen, was ebenfalls nicht allzu häufig vor kommt. Wildschweine und Füchse müssen heutzutage scharf bejagt werden, aufgrund der sich bei diesen Wildarten schnell ausbreitenden Krankheiten wie bspw. die Afrikanische Schweinepest oder die Fuchsräude. Wir gratulieren unserem neuen Jagdkönig und allen Erlegern mit einem kräftigen Waidmannsheil.

Leider musste auf das gemeinsame Streckelegen und das illustre Hegeringfrühstück am Sonntagmorgen aufgrund der derzeit herrschenden Pandemiebestimmungen verzichtet werden. Wir hoffen aber inständig dies baldigst nachholen zu können und wünschen bis dahin allen Jägerinnen und Jägern allzeit guten Anblick, viel Waidmannsheil und bleibt alle gesund und munter.

Ankündigung

Revierübergreifende Ansitzjagd auf Schwarzwild und Fuchs

Tradition muss Tradition bleiben

Liebe Waidkameradinnen und Waidkameraden,

wie in den Vorjahren ist für die Vollmondphase auch in diesem Januar 2021 eine revierübergreifende Ansitzjagd auf Fuchs und Schwarzwild geplant.
Demnach soll am Freitag, den 29. Januar und am Samstag, den 30. Januar 2021
der gemeinsame Abend-/Nacht- bzw. Frühansitz stattfinden.
Das anschließende, gemeinsame Streckenlegen und Frühstücken findet wegen der anhaltenden Corona-Pandemie in diesem Jahr leider nicht statt.
Wir sollten aber wie auch in der Vergangenheit schon praktiziert, unsern revierlosen Jägern die Möglichkeit bieten, auch einmal anzusitzen.
Es wäre schön, wenn sich alle Reviere beteiligen würden, um viele Hochsitze an diesen Tagen zu besetzten.
Ich bitte darum, mir die Strecke mit Fotos per Mail mitzuteilen. Gerne dürfen auch ein paar Fotos von den idyllischen Ansitzen geschickt werden.
Wir werden dann eine Collage erstellen, damit wir unsere Bemühungen zur Reduzierung der Schwarzwildbestände sowie der Fuchsbesätze auch öffentlichkeitswirksam über die Presse darstellen können.
Bis dahin wünsche ich allen einen guten Start ins neue Jahr und bleibt gesund!

Ihr Hegeringleiter, Hartmut Tengler.

Stellungnahme der Jäger

„Einige sind absolut rücksichtslos“

INTERVIEW Philip Plassmann über ruhiges Silvester und störende Waldbesucher

Plettenberg – Etwas ruhiger als in den Vorjahren und mit weniger Feuerwerk haben die Plettenberger das neue Jahr begrüßt. Ob dadurch auch das Wild 2021 entspannter beginnen konnte und was der coronabedingt starke Besucherandrang in der Natur für die Tiere bedeutet, dazu äußert sich Philip Plassmann, beim Hegering Plettenberg zuständig für Öffentlichkeitsarbeit, im Gespräch mit Johannes Opfermann (Süderländer Tageblatt).

Es wurde in diesem Jahr an Silvester weniger geknallt. Hat das Wild also diesmal einen ruhigeren, weniger stressigen Jahreswechsel erlebt als sonst?

Mit Sicherheit können wir das nicht sagen, weil es dazu keine Forschung gibt. Vom Gefühl her würde ich das aber schon sagen. Das Wild kommt nachts aus dem Wald runter ins Tal an ruhige Orte und sucht sich Äsung, also Nahrung. Bei Verkehrslärm oder wenn an Silvester plötzlich aberhunderte Böller gestartet werden, flieht das Wild zurück in den Wald. Ob es in diesem Jahr anders war, konnten wir nicht beobachten, weil an Silvester in der Regel kaum Jäger im Wald sind. Aber wir können es an den Familien- und Jagdhunden festmachen. Viele Jäger konnten häufig den Jahreswechsel nicht woanders feiern, sondern blieben daheim bei den Hunden, die wegen des Feuerwerks extrem ängstlich waren. An diesem Silvester waren die Hunde dagegen nicht so aufgedreht, weil weniger geböllert wurde. Deswegen würde ich darauf schließen, dass auch das Wild den Jahreswechsel entspannter genossen hat.

Das Wild hatte an diesem Silvester zwar weniger Stress durch Feuerwerkslärm, doch Störungen gibt es trotzdem, denn coronabedingt suchen immer mehr Menschen Erholung in der Natur. Einige davon verhalten sich laut Hegering rücksichtslos. Foto: © P. Plassmann

Auf der anderen Seite sind wegen Corona viel mehr Menschen in der Natur unterwegs – auch über Silvester und Neujahr. Ist damit nicht wieder zusätzlicher Stress für das Wild verbunden?

Generell haben wir schon über das ganze Corona-Jahr einen enormen Andrang an Naturbegeisterten, die in Wald und Flur unterwegs sind. Dass sich die Menschen wieder ein bisschen auf die Natur zurückbesinnen, freut uns auch. Wir müssen hier aber auch darauf hinweisen, dass das Verhalten von einigen Menschen in der Natur absolut rücksichtslos ist. Wir haben deutlich mehr Müll an vielen Stellen, und es gibt Leute, die zu Fuß oder mit dem Rad abseits der Wege kreuz und quer im Wald unterwegs sind. Probleme mit freilaufenden Hunden gibt es auch. Ich habe Verständnis dafür, dass Leute ihren Hunden Auslauf geben möchten, aber Halter sollten bitte ihre Hunde, wenn diese nicht aufs Wort hören, an die Leine nehmen. Es gab Situationen, in denen freilaufende Hunde Wild hinterher gejagt sind oder ihren Besitzern sehr weit vorausliefen – die folgten dann erst in einem sehr großem Abstand. Das geht natürlich nicht. Rehe beispielsweise befinden sich gerade im Schonmodus. Wenn Menschen sie stören oder freilaufende Hunde sie hetzen, geraten sie in Panik. Sie kommen dann erst Stunden später wieder zur Ruhe. Gerade nach den zuletzt sehr trockenen und heißen Sommern, sind die Tiere nun im kalten Winter ohnehin schon geschwächt, was man am geringeren Gewicht der Tiere beobachten kann. Jegliche zusätzliche Belastung kann bei den Wildtieren eine weitere Schwächung, gar Herzversagen und somit den Tod auslösen. Dies ist vielen Waldbesuchern nicht bewusst und muss daher unbedingt vermieden werden.

Was sollten die Menschen allgemein beachten, wenn sie in der Natur unterwegs sind?

Jeglichen Müll sollten sie nicht im Wald zurücklassen, sondern wieder mit nach Hause nehmen. Wie gesagt sollten Hunde an die Leine genommen werden. Besonders sollten die Leute darauf achten, dass sie nur auf den ausgewiesenen Wanderwegen unterwegs sind. Die Bereiche links und rechts der Wege – zum Beispiel die Dickungen, die Geburtsort für Wildnachwuchs sind, so beispielsweise bei den Wildschweinen, die ab jetzt ihren Nachwuchs zur Welt bringen – sollten sie komplett in Ruhe lassen. Auch auf Feldern und Wiesen kann man die Hunde nicht einfach freilaufen lassen. Denn dort befinden sich ab dem Frühling Junghasen, Bodenbrüter und ab Mai Rehkitze, die dort abgesetzt wurden. Wenn ein Hund sie aufstöbert und berührt, nimmt die Mutter ihren Nachwuchs nicht mehr an und er muss verhungern. Das ist ganz entsetzlich. Oder sie werden von den Hunden, die ihrem Ur-Instinkt folgen, totgebissen. Hinzukommt, dass die Tiere, wenn sie in diesen Lebensräumen immer wieder gestört werden, diese schließlich aufgeben und abwandern. Aus Sicht der Natur sind das dann ,,tote“ Flächen. Wir Jäger wollen hier nicht immer der Spielverderber sein, aber wir müssen diese Missstände auch deutlich ansprechen, da wir leider nach wie vor jedes Jahr aufs Neue diese Probleme in den Revieren feststellen und sich leider in den Köpfen mancher Mitbürger dahingehend zu wenig tut. Leider erleben wir es oft, dass Leute für die Jagd kein Verständnis haben. Dass wir uns auch um den Lebensraum der Tiere kümmern, sehen sie nicht. Übrigens: Auch auf landwirtschaftlichen Flächen sollten Halter die Hunde nicht einfach ihr Geschäft machen lassen. Denn über das Tierfutter, das ab dem Frühjahr auf den Wiesenflächen gemäht wird, können so Kühe und Pferde krank werden.

Auf plötzliche und permanente Störungen reagiert das Wild im Winter sehr empfindlich. Sie sind derzeit im Schonmodus. Vielen Waldbesuchern ist dies allerdings nicht klar. Daher die Bitte: Hunde an die Leine und auf den Wanderwegen bleiben! Foto: © P. Plassmann

Durch Corona ist auch die Arbeit der Jäger schwieriger geworden und die Pandemie wird uns noch weiter beschäftigen. Vor welchen Herausforderungen stehen die Jäger deswegen in diesem Jahr?

Die größte Herausforderung ist die Afrikanische Schweinepest (ASP). Denn die Corona-Gesetzgebung, für die wir vollstes Verständnis haben, beschränkt auch uns Jäger. Dadurch ist es kaum möglich, Drückjagden durchzuführen. Die sind aber sehr wichtig, um die Wildschwein-Population zu regulieren. Das zeigt sich in Ostdeutschland, wo Drückjagden wegen Corona im Moment nicht durchgeführt werden können; wahrscheinlich ist das erst im Herbst wieder möglich. Dadurch hat sich die ASP deutlich ausgebreitet. Aber auch hier bei uns gibt es zu viele Wildschweine, die wir zurzeit nur von den Einzelansitzen aus erlegen können. Dies ist jedoch bei Weitem nicht so effektiv wie eine Gesellschaftsjagd, denn die Jagd auf Wildschweine ist deutlich schwerer als beispielsweise auf Rehwild. Das ist ein großes Manko für die Jägerschaft. Die Gefahr ist, dass sich die ASP weiter ausbreitet und man – wie bei Corona – die Kontrolle darüber verliert. Dazu kommt, dass wir mit mehr Wildschweinen auch mehr Wildschäden haben, worunter dann die Landwirte leiden.

Was möchten Sie abschließend noch den Menschen mitteilen, die jetzt Erholung in der Natur suchen?

Wir alle wollen die Schönheit der Natur gleichermaßen genießen, doch bitte nehmen Sie dabei auch Rücksicht auf die Wildtiere, den Wald und die landwirtschaftlichen Flächen. Jeder, der sich an die Regeln und Bitten der Jägerschaft hält, trägt so auch zum Naturschutz bei und erhält den Lebensraum und die Artenvielfalt in unserer heimischen Natur.

Bericht: Süderländer Tageblatt, Johannes Opfermann, Bilder: © P. Plassmann

Frohe und besinnliche Weihnachten

,,In der Ruhe liegt die Kraft“ – Blick von Holthausen in Richtung Bremcke/Elsetal Jan.2017 Foto und © : P.Plassmann

Der Vorstand des Hegering Plettenberg wünscht all seinen Mitgliedern und Mitjägern, samt ihren Familien, frohe und besinnliche Weihnachten. Wir hoffen, dass Sie alle, trotz Corona, im kleinen Kreise ein paar gemütliche Stunden, losgelöst von den derzeit herrschenden Pandemiesorgen, verbringen können. Bleiben Sie gesund und munter und kommen Sie gut ins neue Jahr 2021. Wir wünschen Ihnen auch weiterhin guten Anblick und ein kräftiges Waidmannsheil. Frohe Weihachten!

Jäger in der Öffentlichkeit

Vierter Jagdbericht im Komplettmagazin

Exklusive Berichterstattung der Jägerschaft des Hegering Plettenberg in 2020

Foto: Komplett-Magazin/ Martin Büdenbender

Plettenberg und Umgebung. Mit großer Freude dürfen wir Ihnen mitteilen, dass der Hegering Plettenberg in Zusammenarbeit mit dem heimischen Komplett Magazin eine exlusive Berichterstattung in allen Ausgaben im Jahr 2020 ausgearbeitet hat. Ziel ist es im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit allen Naturbegeisterten und nicht jagenden Mitbürgerinnen und Mitbürgern unsere Jagdleidenschaft in Wort und Bild näher zu bringen. Hierbei ist seit 04.12.2020 die vierte Ausgabe erschienen.

Was passiert eigentlich mit dem Wild nach seiner Erlegung und wie und wo wird es zerlegt? Werden Kühlketten eingehalten und die Hygiene beachtet? Wo bekomme ich Wildfleisch her und was mache ich bspw. daraus? Fragen wie diese, werden im aktuellen Bericht anschaulich erklärt.

All das und vieles mehr, erfahren Sie ausführlich im aktuellen Bericht des kostenlosen Komplett Magazins. Möchten Sie über das Jagdhundewesen mehr erfahren, oder mit Ihrem jagdlich geführten Vierbeiner am regelmäßigen Hundetreffen teilnehmen? Dann kontaktieren Sie gerne den Jäger Ihres Vertrauens oder melden sich beim heimischen Metzger. Weitere Infos sonst auch unter: Homepage->Kontakt/Vorstand. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen und stehen Ihnen für Rückfragen gerne zur Verfügung.

Lust auf Wild? Ein leckeres und schnelles Rezept gibt es im aktuellen Jagdbericht im Komplettmagazin.

Tatsächlich ist dieser Bericht sogleich auch das Ende der Jagdreihe 2020. Wir möchten ganz herzlich beim Team des Komplettmagzines, Bernhard Schlütter für Interview und Text, sowie Martin Büdenbender für die Fotoshootings, Danke sagen. Die Kooperation hat uns allen viel Spaß bereitet. Des Weiteren gebührt unser Dank allen Jägerinnen und Jägern, samt ihren vierbeinigen Helfern, die uns durch ihre Teilnahme an dem Projekt maßgeblich unterstützt haben.

Stellungnahme der Jäger

Risiko für Wildunfälle steigt

Hegering Plettenberg mit dringender Mahnung an alle Verkehrsteilnehmer

Wildunfälle gehen für den Autofahrer nicht immer so glimpflich aus wie auf diesem Symbolfoto. Daher mahnt der Hegering alle Verkehrsteilnehmer zur Vorsicht – natürlich auch im Interesse der Tiere selbst. SYMBOLFOTO: SCHNEIDER

Plettenberg – Die Tage werden kürzer, die Nächte länger – und damit steigt auch das Risiko für Wildunfälle. Der Hegering Plettenberg mahnt die Verkehrsteilnehmer zu besonderer Vorsicht und hat auch einige Tipps parat. Spätestens mit der Zeitumstellung steigt das Risiko für einen Zusammenstoß mit Reh, Hirsch und Co. Denn der Arbeitsverkehr findet im Herbst und Winter sowohl morgens als auch nachmittags überwiegend in der Dämmerung statt. Und Wild ist in der Dämmerung und in der Nacht am aktivsten. „Sie erkennen Straßen nicht als Grenzen oder Hindernisse und schrecken häufig nicht vor Autos und Scheinwerfern sofort zurück, sondern verharren am Straßenrand oder auf der Straße. Wildtiere springen häufig unvermittelt aus dem Ufer heraus“, erklärt Philip Plassmann vom Plettenberger Hegering.

Größte Gefahr besteht dabei auf Landstraßen, auf Straßen, die an Felder oder Wälder grenzen oder durch diese hindurchführen. Doch auch in waldnahen Wohngebieten kann es unvermittelt zur Begegnung mit Wildtieren kommen. „In den letzten Jahren gibt es auch bei uns in Plettenberg eine zu hohe Zahl an Wildunfällen“, erklärt Plassmann. Als Unfallschwerpunkte nennt er dabei die Oestertalstraße sowie die Landstraßen nach Landemert und Selscheid. „Aber auch an vielen weiteren Orten und Straßen gibt es immer wieder Wildunfälle“, sagt Plassmann

Daher sollten Verkehrsteilnehmer auf die Wildwechsel- Schilder achten – und es heißt: Fuß vom Gas! „Reh, Wildschwein oder Hirsch sind selten allein unterwegs, daher folgt sehr wahrscheinlich noch ein zweites Tier oder ein ganzer Familienverband“, erklärt Plassmann. Wer ein Stück Wild entdeckt, das gerade die Straße quert, muss mit weiterem Wild rechnen. „Rehe sind meist zu zweit oder zu dritt, Sauen entweder alleine oder aber in einer kopfstarken Rotte unterwegs“, weiß Plassmann.

Die Empfehlung des Experten: Langsam und aufmerksam fahren, lieber langsamer als erlaubt. Dabei auch die Seitenstreifen und die Waldränder gut beobachten. „Taucht Wild auf, sofort abbremsen und langsam werden beziehungsweise zum Stehen kommen. Hupe und Lichthupe nutzen und warten, bis das Wild verschwunden ist“, rät Plassmann. Auch wenn es etwas länger dauern sollte: Verkehrsteilnehmer sollten immer auch darauf achten, ob nicht noch weiteres Wild folgt. Darüber hinaus sollten auch andere Verkehrsteilnehmer vor der Gefahr gewarnt werden.


Verhalten nach Unfall

1. Polizei immer verständigen (diese benachrichtigt die zuständigen Jäger) und bei Verletzten auch Feuerwehr/ Rettungsdienst informieren.

2. Unfallstelle absichern, Verkehrsteilnehmer warnen.

3. Merken, wo das angefahrene Wild hingeflüchtet ist. Jäger suchen das verletzte Tier mit Hunden nach, um es von seinen Qualen schnellstmöglich zu erlösen.

4. Für die Versicherung: Fotos vom Schaden machen und von Polizei /Jäger/Förster eine Wildunfallbescheinigung ausfüllen lassen.

5. Totes Wild darf nicht vom Laien angefasst oder mitgenommen werden (Wilderrei).


Rein rechnerisch : Es werden 800 Wildunfälle am Tag in Deutschland gezählt .Am häufigsten laufen dabei Rehe und Wildschweine vor das Auto. Zur Verdeutlichung: Ein 20 Kilogramm schweres Reh hat beim Zusammenstoß mit einem Fahrzeug ein Aufschlagsgewicht von fast einer halbenTonne. Im Jahre 2019 gab es laut Hegering in Deutschland 295000 Wildunfälle mit verletzten oder toten Tieren und verletzten oder toten Autofahrern – 27000 Unfälle mehr als 2018. Rein rechnerisch bedeutet das 800 Wildunfälle pro Tag.

Quelle und Foto: Süderländer Tageblatt, eB

Jäger in der Öffentlichkeit

Dritter Jagdbericht im Komplettmagazin

Exklusive Berichterstattung der Jägerschaft des Hegering Plettenberg in 2020

Foto: Komplett-Magazin/ Martin Büdenbender

Plettenberg und Umgebung. Mit großer Freude dürfen wir Ihnen mitteilen, dass der Hegering Plettenberg in Zusammenarbeit mit dem heimischen Komplett Magazin eine exlusive Berichterstattung in allen Ausgaben im Jahr 2020 ausgearbeitet hat. Ziel ist es im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit allen Naturbegeisterten und nicht jagenden Mitbürgerinnen und Mitbürgern unsere Jagdleidenschaft in Wort und Bild näher zu bringen. Hierbei ist seit 14.10.2020 die dritte Ausgabe erschienen.

Dieses Mal wurden die Hegeringmitglieder Olli und Kay interviewt, die aus ihrer Sicht die jagdliche Arbeit mit dem Hund erklären und anschaulich vorführen. ,, Jagen ohne Hund ist Schund“ – so lautet ihre Devise. Doch warum braucht man eigentlich einen Hund auf der Jagd? Welche Arbeiten muss ein Gebrauchshund können und wie bildet man ihn dafür aus?

All das und vieles mehr, erfahren Sie ausführlich im aktuellen Bericht des kostenlosen Komplett Magazins. Möchten Sie über das Jagdhundewesen mehr erfahren, oder mit Ihrem jagdlich geführten Vierbeiner am regelmäßigen Hundetreffen teilnehmen?  Dann kontaktieren Sie gerne unseren Obmann für Hundewesen: Oliver Thole-> Homepage->Kontakt/Vorstand. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen und stehen Ihnen für Rückfragen gerne zur Verfügung.

Stellungnahme der Jäger

Eine Seuche begünstigt die andere

Wegen Corona-Pandemie weniger Jagd auf Wildschweine möglich

Plettenberg – Nun gibt es auch die ersten bestätigten Fälle der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland – zwar bislang nur im vermeintlich fernen Brandenburg, doch die Seuche kann sich schnell weiter nach Westen verbreiten. Das liegt auch an den Auswirkungen der Corona- Pandemie auf die Wildschweinjagd. „Es war keine Frage ob, sondern wann der erste Fall in Deutschland auftritt“, sagt Philip Plassmann, Obmann für Öffentlichkeitsarbeit beim Hegering Plettenberg. Die Afrikanische Schweinepest – abgekürzt ASP – trat bisher vorwiegend in osteuropäischen Staaten auf, kursierte bereits seit längerem in Polen. Seit November 2019 war auch im Wildschweinbestand im westlichen Polen der ASP-Befall offiziell bestätigt worden. Auch in Belgien, wo seit September 2018 immer wieder Fälle gemeldet wurden, gab es in diesem Jahr mehrere bestätigte Infektionen bei Wildschweinen.

Mit wachsenden Wildschweinpopulationen steigt auch das Risiko, dass sich die Afrikanische Schweinepest weiter ausbreitet. Doch in Zeiten der Corona- Pandemie können die Tiere nicht so effektiv bejagt werden. Foto und ©: P. Plassmann

„Ein so großer Sprung ist durch Menschen verursacht worden“, erklärt Plassmann zum Auftreten der Seuche sowohl östlich als auch westlich von Deutschland. Möglicherweise haben Lkw-Fahrer, so eine Vermutung, dem Erreger den großen Sprung ermöglicht, zum Beispiel durch weggeworfene kontaminierte Lebensmittel, die dann von Wildschweinen gefressen wurden. Dass Deutschland dabei bislang übersprungen wurde, war wohl reiner Zufall. Nun sind jedenfalls in Brandenburg schon mehrere ASP-Fälle aufgetreten und auch labortechnisch bestätigt worden.

„Brandenburg klingt erstmal sehr weit weg, aber morgen kann die Seuche schon 50 Kilometer nähergekommen sein, übermorgen vielleicht 200“, sagt Plassmann. In Brandenburg sei vorher viel getan worden, um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verlangsamen: Zäune wurden aufgestellt, die Jagd intensiviert. ,, Dort, wo die ASP nun aufgetreten ist, hat man die Ausbreitung definitiv verlangsamt, sie aber nicht aufhalten können.“ Möglicherweise sei ein infiziertes Wildschwein von Polen über die Grenze nach Brandenburg übergewechselt und später verendet. „Wenn dann andere Wildschweine, die ja Allesfresser sind, davon gefressen haben, kann sich die Krankheit schnell weiterverbreiten.“ Bei der Bekämpfung der Schweinepest gibt es allerdings ein großes Problem: die Corona-Pandemie. Normalerweise würden jetzt im August und September, wenn der Mais geerntet wird und auch Wildschweine die Felder auf der Suche nach Nahrung aufsuchen, Drückjagden veranstaltet, um die Populationen zu verringern. Doch durch die Corona-Auflagen ist auch für die Jägerschaft alles anders als sonst.

„Die Jägerschaft ist mit den Hygienereglen voll einverstanden – das ist mir sehr wichtig“, betont Plassmann. Diese seien zur Eindämmung des Coronavirus notwendig. Trotzdem sei es ärgerlich, dass sich die Hygieneauflagen auf den Jagden nicht umsetzen ließen. „Das bedeutet, dass wegen Corona viele Drückjagden nicht stattfinden oder wieder abgesagt werden.“ Wildschweine könnten so nicht effektiv bejagt werden und würden sich im Winter und Frühjahr noch weiter vermehren als ohnehin schon. „Die Gefahr, dass sich die Afrikanische Schweinepest dadurch weiter ausbreitet, wird somit größer“, sagt Plassmann. Dort, wo nun die ASP-Fälle festgestellt wurden, seien vermutlich auch infolge von Corona Lücken bei der Bejagung entstanden.

Zur besseren Bejagung der Wildschweine wird auch über technische Hilfsmittel wie Schalldämpfer und unter Jägern umstrittene Nachtzielgeräte nachgedacht. Foto und ©: P. Plassmann

Doch es ist nicht nur das Coronavirus, das die Ausbreitung der Schweinepest befördert, sondern auch ein Insekt, das insbesondere im Sauerland in den letzten Jahren massive Schäden angerichtet hat: der Borkenkäfer. „Durch die Borkenkäfer-Katastrophe haben wir überall Kahlschläge und werden in ein paar Jahren überall Dickungen haben“, sagt Plassmann. So nennt der Jäger die niedrigen Dickichte, die auf den Kahlflächen nachwachsen und Wildschweinen Schutz bieten. „Da wird die Bejagung noch schwieriger und sie können sich unentdeckt weiter vermehren. Da kommt alles zusammen.“ Das beste Mittel, um einer Ausbreitung der ASP vorzubeugen, sieht Plassmann weiter in der intensiven Bejagung, entweder durch die Einzel- oder die Drückjagd. „Das hat auch in Plettenberg sehr gut geklappt“, sagt Plassmann. Anstatt 200 bis 300 Sauen wie in normalen Jahren habe man in den letzten Jahren 600 bis 700 Sauen zur Strecke gebracht, mehr als das Doppelte. Auch jagdpolitisch habe man die Jagd ausgeweitet, sodass Wildschweine – ausgenommen tragende und führende Bachen – ganzjährig bejagt werden können.

Möglicherweise werde bald zudem technisch aufgerüstet, um die nachtaktiven Tiere besser bejagen zu können. In Brandenburg habe die Politik bereits die Jagd mit Schalldämpfern erlaubt, berichtet Plassmann. „Und es wird dort nur eine Frage der Zeit sein, wann auch Nachtzielgeräte zugelassen werden.“ Auch in NRW sei es innerhalb der Jägerschaft immer wieder diskutiert worden. „Ein Großteil der Jäger lehnt Nachtzielgeräte ab, weil es der Jagdethik widerspricht“, sagt er. Andererseits ist die ASP eine für Wildschweine zu fast 100 Prozent tödliche Seuche, und der Importstopp für deutsches Schweinefleisch, das in China und Japan verhängt wurde, trifft die Schweinemastbetriebe bereits empfindlich – schon ohne dass dort eine Infektion aufgetreten ist. Und da die umstrittenen Nachtzielgeräte zur Eindämmung der ASP sicher ein effektives Mittel bei der Jagd seien, hält es Plassmann auch in NRW nur für eine Zeitfrage, wann sie auch hier eingesetzt werden dürfen. „Ich persönlich bin mit dem Einsatz auch nicht einverstanden, aber die Frage ist: ,,Was ist das größere Übel?“


Was wäre bei einem Schweinepest-Fall zu tun?

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine Zoonose, also eine zwischen Mensch und Tier übertragbare Krankheit. Für den Menschen ist sie zwar ungefährlich, für Tiere hingegen in den allermeisten Fällen tödlich. Die Übertragung erfolgt über direkten Kontakt (z.B. Blut, Speichel) oder indirekt über Speiseabfälle oder kontaminierte Gegenstände, etwa Kleidung, Landmaschinen oder Jagdausrüstung. Würde das Virus von infizierten Wildschweinen in Schweinemastbetriebe übertragen, müsste man sämtliche Tiere keulen – ein enormer wirtschaftlicher Schaden.

Foto und © : P. Plassmann
Was zu tun wäre, wenn im Raum Plettenberg ein ASP-Fall festgestellt würde, erklärt Ordnungsamtschef Thorsten Spiegel:

 „Maßnahmen zur Eindämmung einer Ausbreitung können zum Beispiel sein: Umfassende Desinfektion der Fundstelle, örtliche Jagdbeschränkungen, begrenzte Ernteverbote, Einrichtung einer Kernzone mit Betretungs- und Verbringungsbeschränkungen.“ Als Ursache für die Verbreitung in Europa über längere Entfernungen hinweg werde insbesondere das achtlose Wegwerfen von Speiseabfällen vermutet, die den Erreger enthalten können. „Die Afrikanische Schweinepest ist anzeigepflichtig. Eine Schlüsselrolle kommt hier naturgemäß der Jägerschaft zu“, betont Spiegel. Für die Tierseuchenbekämpfung liegt die Kompetenz bei den Veterinärämtern, also beim Märkischen Kreis. „Gleichwohl hält unsere Feuerwehr mit geeigneten Schutzanzügen, Schutzbrillen, FFP-Masken, speziellen Desinfektionsmitteln eine Basis-Schutzausrüstung bereit, mit der sie, sollte es später zu einer relevanten Ausbreitung kommen, vor Ort unterstützen könnte“, so Spiegel.

Quelle und Bericht: Süderländer Tageblatt, Johannes Opfermann


Hegeringintern

Im besten Falle 50 Ringe

Traditionelles Jahresnadelschießen ein voller Erfolg

Anfang September fand das tradiotiellen Jahresnadelschießen des Hegering Plettenberg auf dem Schießstand in Spielwigge statt. Unter der Leitung des Obmanns fürs Schießwesen, Stefan Grote, stand das Event ganz im Sinne des allgemeinen Schießtrainings, vorallem aber auch um den Schießnachweiß (zwingend nötig für die Teilnahme an Gesellschaftsjagden) zu absolvieren. Natürlich durfte ein Hegeringinterner Wettstreit nicht fehlen, wer denn so gut schoss, um die begehrte Jahresnadel zu erlangen.

,, Es war eine sehr gelunge Veranstaltung“, resümierte Grote, denn er durfte neben 21 Hegeringmitgliedern auch einige Gäste begrüßen. Trotz der üblichen Coronaschutzmaßnahmen, kam das Gesellige im Anschluss ebenfalls nicht zu kurz. Nebst Kaffee und Kuchen, konnten sich die Teilnehmer auch an herzhaften Köstlichkeiten und Kaltgetränken erfreuen.

Ankündigung

Der Jungjägerkurs 2020 findet statt

Weitere Informationen erhalten sie unter dem angegebenen Kontakt, sowie auf unserer Homepage unter der Rubrik Jungjägerkurs
Aus dem Nachbarhegering

Damwild mit Armbrust beschossen

Herscheider Jäger bestürzt über Fall von Wilderei / Polizei ermittelt

Trauriger Anblick: Auf einer Wiese im Bereich Hardt entdeckten die Jäger das von einem Pfeil aufgespießte Damwild. Das Tier war derart geschwächt, dass es vom Jagdaufseher erschossen werden musste. FOTOS: HEGERING HERSCHEID / KAUFMANN/Süderländer Tageblatt

Herscheid – Ein bislang beispielloser Fall von Wilderei versetzt die Herscheider Jägerschaft in Aufruhr: Mit einer Armbrust hat ein Unbekannter auf ein junges Stück Damwild geschossen. Der Jagdaufseher musste das schwer verletzte Tier von seinen Leiden erlösen. Am Sonntagmorgen hatte ein Jäger bei Revierarbeiten auf einer Wiese im Bereich Jägerhof / Hardt ein einjähriges Schmaltier (ein Weibchen, das noch nicht gekalbt hatte) entdeckt. Beim Herantreten an das Tier wurde die Schwere der Verletzung offenbar: Es war schon zu schwach, um einen Fluchtversuch zu unternehmen. Der hinzugerufene Jagdaufseher Ulf Schneider erlöste das Tier.

Aufgefallen war zu diesem Zeitpunkt schon ein Endstück eines Pfeils, dessen Spitze sich in die Eingeweide des Tieres gebohrt hatte. Die alarmierte Polizei sicherte den Pfeil und fertigte eine Anzeige wegen Jagdwilderei und Tierquälerei. Im Falle einer Ermittlung drohen den Tätern Geldstrafen oder bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe. Ob das Tier an dem Fundort, direkt an der viel befahrenen Landstraße 561, beschossen wurde, oder ob sich der Tatort an einer anderen Stelle befindet, soll mit einem speziell für Nachsuchen von verletzen Wild ausgebildeten Schweißhund geklärt werden, teilt Eberhard Kaufmann, Obmann für Öffentlichkeitsarbeit im Hegering Herscheid, mit. Wie erste Ermittlungen der Polizei bezüglich des Pfeils ergeben haben, handelt es sich um einen Bolzen mit Jagd- Spitze, der nur durch eine entsprechende Armbrust verschossen werden kann. Der hinzugerufene Revierpächter Dirk Hebeler und der Leiter des Hegerings Herscheid Dr. Matthias Dunkel zeigten sich bestürzt über so viel Brutalität gegen ein Wildtier. Die unmittelbare Nähe zur Autobahn A45 ist sicherlich förderlich für professionelle Jagdwilderei, heißt es seitens des Hegerings.

Ermittlungen der Polizei bestätigen den Verdacht, dass es sich um einen Bolzen mit Jagd-Spitze handelt, der nur durch eine Armbrust verschossen werden kann. FOTOS: HEGERING HERSCHEID / KAUFMANN/Süderländer Tageblatt

Auf Nachfrage der Heimatzeitung äußert sich der Hegeringleiter zu dem beispiellosen Fall: „Das ist ein Unding, das kann man nicht in Worte fassen. Wir sind alle bestürzt und fassungslos darüber.“ Es gebe zwar Fälle, in denen mit dem Gewehr gewildert oder dies zumindest vermutet werde, aber auch da könne man sich nicht immer sicher sein. An Fälle von Wilderei in Herscheid kann sich Dunkel in seiner langen Jäger- Laufbahn jedenfalls nicht erinnern, erst recht nicht an einen solchen. Wie jemand so nah an das Damwild herankommen konnte, um so gezielt mit einer Armbrust auf das Tier zu schießen, kann er sich nicht erklären. „Für mich ist das ein absolutes Rätsel. Dass jemand mit einer Armbrust auf ein Tier schießt, das haben wir noch nie gehabt. Das ist Tierquälerei.“

Der oder die Schuldige habe „mitten drauf“ geschossen und das Tier dann elend zugrunde gehen lassen, sagt Dunkel. Das Tier könne noch eine weite Strecke gelaufen sein bis zu der Stelle, wo es dann gefunden und von seinen Leiden erlöst wurde. „Ob das Wilderei war oder die reine Lust am Töten, weiß ich nicht“, sagt Dunkel. Klar ist für ihn allerdings: „Das darf nicht einreißen. Man kann nur hoffen, dass das keine Nachahmer findet.“ Der Hegering bittet alle Revierinhaber, in ihren Revieren auf verdächtige Begebenheiten, wie zum Beispiel nächtlicher Autoverkehr auf Wald- und Feldwegen oder auch Schüsse, zu achten.

Zeugenaufruf Die Polizei sucht dringend Zeugen, denen Samstag oder Sonntag verdächtige Personen und / oder Fahrzeuge in Tatortnähe aufgefallen sind. Sie sollten sich in der Wache Plettenberg melden, Ruf (0 23 91) 9 19 90.

Bericht Süderländer Tageblatt, JOHANNES OPFERMANN

Stellungnahme der Jäger

Wilderei zum Spaß- geht´s noch!?

Stellungnahme des Hegering Plettenberg

Dass man in der schwierigen Zeit der Coronapandemie in seiner Freizeitgestaltung deutlich eingeschränkt ist, erscheint uns allen nur logisch. Auch das in den vergangenen Monaten häufiger als sonst die Langeweile zu Hause auf der Couch überwiegt hat, ist mehr als nachvollziehbar. Das was sich nun allerdings im Herscheider Revier abgespielt hat, bei dem ein gesundes Stück Damwild heimtückisch und widerrechtlich mit Pfeil und Armbrust gewildert wurde, setzt in der neuerlichen Freizeitgestaltung des Verursachers jawohl die Krone auf. Geht’s noch? Nicht nur wir sind geschockt und aufgebracht, sondern jegliche Jäger und unsere Familien, die auf diesen Vorfall aufmerksam geworden sind, ebenso. Mittlerweile überwiegt bei uns die Wut auf Sie, Herr oder Frau Wildschütz!

Für uns scheint die Sache eindeutig. Es handelt sich hier um ein verwerfliches Wilderreigeschehen. Ein Wilderer im klassischen Sinne, der auf die Trophäe oder das Wildbret (Wildfleisch) aus ist, erlegt das Stück Wild heimlich in einem Revier, dass ihm noch nicht einmal gehört, schafft das Tier im Anschluss unmittelbar fort und verwischt seine Spuren. Er missachtet wissentlich die Schonzeiten, die vorgegebenen Abschusspläne und die jagdrechtlichen Eigentumsverhältnisse. Das erbeutete Wild verschwindet einfach von der Bildfläche und landet in der Truhe des Wilderers, ohne das der eigentliche Jäger etwas davon mitbekommt.

Jedem Wildtier, jedem Lebewesen gebührt Respekt. Wir Jäger wissen dies zu schätzen, der Wilderer nicht.
Foto und ©: P. Plassmann

Das Geschehen in Herscheid gibt sich jedoch noch dramatischer. Dort wurde ein junges Geschöpf, welches im aktuellen Monat Schonzeit genießt, von einem nicht in Deutschland zur Jagd zugelassenen Schussgerät (Pfeil und Armbrust) angeschossen und schwerverletzt. Es flüchtete lebend eine weite Strecke und quälte sich über mehrere Stunden. Erst der Revierjäger konnte es von seinen Schmerzen erlösen.

Obwohl es sich eindeutig um ein sträfliches Verhalten der heimtückischen Wilderrei handelt, liegt der Tatbestand, ob es sich um einen Fall der klassischen Wilderei mit Profigerät oder doch ,,nur“ um einen Hobbyschützen, welcher seine Treffsicherheit ausprobieren wollte, noch nicht klar auf der Hand. So oder so war es ein makabres Vorhaben, welches dringend aufgeklärt werden muss.

Was bleibt, sind geschockte Jäger und Naturschützer, die jeden Tag im Revier ihr anvertrautes Wild mit Mühe, Schweiß und Hingabe hegen und betreuen. Zurück bleibt zudem ein totes, unschuldiges Stück Wild, welches schlimmste Qualen erlitten haben muss. Daher fragen wir uns: Was haben Sie, Herr oder Frau Wilderer, gefühlt, als Sie das Stück getroffen haben, dieses jedoch laut klagend davon lief? Wie sehr muss in IHREM Denken das Verständnis für das Recht auf Leben fehlen? Wie gering ist IHRE Wertschätzung für den Tierschutz, wie groß IHRE Gleichgültigkeit, ob das Stück leidet und kläglich unter Schmerzen stirbt? Wie skrupellos geben sich IHRE sträfliche Tat und IHRE heimliche Flucht?

In unseren Augen ist das jagdlichen Vergehen, in welchem SIE sich schuldig gemacht haben, und selbstverständlich mit aller Gesetzeshärte bestraft werden muss, jedoch weitaus weniger schlimm, als die offensichtliche Tatsache, dass SIE dieses unschuldige Stück Wild, dieses kostbare Lebewesen, bösartig, vielleicht sogar nur zum Spaß angeschossen und ihm unsägliche Schmerzen zugefügt haben. Eine Tat, die unsere volle Verachtung für Sie hervorruft. Gehen Sie auf den Schießstand, wenn sie ihre Waffen ausprobieren wollen, lassen SIE dabei aber gefälligst das Mitgeschöpf Tier aus dem Spiel! Unser Appell an Sie: Stellen sie sich der Polizei und überdenken sie ehrlich und reuevoll ihr Verhalten! Dem Wild gebührt unser aller Respekt. Töten nur zum Spaß ist abscheulich!

Jägerporträit

Jagdschriftsteller Heiko von Prittwitz und Gaffron

Ein waidgerechter Jäger, der die Plettenberger Wälder schätzt und liebt

Der bekannte Jagdbuchautor ist nicht nur in den Alpen weidmännisch aktiv, er jagt auch regelmäßig in unseren Plettenberger Wäldern. Einige seiner Geschichten spielen deshalb auch rund um die Lenne. Foto: H. v. Prittwitz

Heiko von Prittwitz und Gaffron – geboren 1957 in Namibia, seit Kindesbeinen der Jagd und Fischerei verbunden, seit 1991 Jäger und Heger. Der studierte Diplom-Holzwirt und langjährige Kapitän von Mega-Yachten geht dem Waidwerk in seiner norddeutschen Heimat, aber auch anderenorts, bspw. in den Wäldern und Feldern Plettenbergs, nach. Immer wieder folgt er dem Reiz der Bergjagd in die Alpen und dem Ruf der Raubwildjagd im Sauerland. Durch regelmäßige Beiträge in Jagdmagazinen und seine Bücher, erschienen in den Verlagen J. Neumann-Neudamm und Franckh-Kosmos, hat er sich als Verfasser erzählender Jagdliteratur einen geachteten Namen erworben.

Anspruchsvoll und herzerfrischend schreibt er seine jagdlichen Erzählungen. Aus seiner oft spitzen Feder fließen dabei Anekdoten, Abenteuer und ungewöhnlich Jagderlebnisse, wie sie nur das wahre Leben und die Jagd geschehen lassen können. Dabei zeichnen sie sich durch eine außergewöhnliche bildhafte Sprache und einen feinen Sinn für Wortwitz aus. Elegant und mit einem hintergründig norddeutschen Humor gewürzt, sind seine Bücher eine Empfehlung für all jene, die sich gerne auch die Pausen des täglichen Lebens mit einer abgeschlossenen nicht zu langen Erzählungen veredeln möchten.

Ein leidenschaftlicher und feinfühliger Jäger lässt den Leser teilhaben an Ansitz und Pirsch und schildert jagdliche Begebenheiten, deren Reiz man sich nicht zu entziehen mag.

Besonders lohnenswert sind seine Plettenberger Geschichten. Sie handeln von spannenden Ansitzen, kuriosen Pirschen und humorvollen Anekdoten bei dem Sie, als Plettenberger Jägerinnen und Jäger, sicher den einen oder anderen, heimatlichen Stadtteil, die beschriebenen Wälder und Kanzeln oder gar die genannten Protagonisten selbst kennen. Mit ein wenig Glück treffen sie den sympathischen Waidmann auch selbst auf der einen oder anderen Jagd persönlich.  

Neugierig geworden?  Seine bisher erschienenen Bücher sind im Handel und bei den jeweiligen Verlagen erhältlich.

  • Im hohen Berg und tiefen Tal-  ISBN: 978-3-440-16040-4
  • Tage und Nächte im Revier- ISBN: 978-3-7888-1415-1
  • In Feldern und Wäldern- ISBN: 978-3-440-14217-2

Jäger in der Öffentlichkeit

Zweiter Jagdbericht im Komplettmagazin

Exklusive Berichterstattung der Jägerschaft des Hegering Plettenberg in 2020

Foto: Komplett-Magazin/ Martin Büdenbender

Plettenberg und Umgebung. Mit großer Freude dürfen wir Ihnen mitteilen, dass der Hegering Plettenberg in Zusammenarbeit mit dem heimischen Komplett Magazin eine exlusive Berichterstattung in allen Ausgaben im Jahr 2020 ausgearbeitet hat. Ziel ist es im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit allen Naturbegeisterten und nicht jagenden Mitbürgerinnen und Mitbürgern unsere Jagdleidenschaft in Wort und Bild näher zu bringen. Hierbei ist seit 01.07.2020 die zweite Ausgabe erschienen.

Dieses Mal wurden Jenny und Gundel interviewt, die aus ihrer Sicht das jagdliche Brauchtum, insbesondere das Jagdhornblasen, sowie die Jungjägerausbildung vorstellen. Warum begeistert sie das Instrument Jagdhorn? Was macht das Jagdhornblasen aus und welche traditionellen Signale gibt es zu welchem Anlass? – Was sind die jagdlichen Themen in der Jägerausbildung und wo kann ich mich anmelden?

All das erfahren Sie ausführlich im aktuellen Bericht des  kostenlosen Komplett Magazins und hier bei uns auf der Homepage (-> Bläsercorps/Kontakt; -> Jungjäger/Jungjägerkurs/Kontakt). Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen und stehen Ihnen für Rückfragen gerne zur Verfügung.  

Jäger in der Öffentlichkeit

Kitzrettungsaktionen erfolgreich

Heimische Jäger und Landwirte arbeiten eng zusammen

Regungslos am Boden gedrückt- so verharren die kleinen Kitze vor jedweder Gefahr. Ihr Fluchtinstinkt ist noch nicht ausgeprägt. Das macht eine Wiesenmahd so riskant und oftmals tödlich. © R. Kruck

Plettenberg/Herscheid. Die Sonne scheint und die Wiesen stehen hoch im Futter. Zeitgleich setzen die Ricken und die Häsinnen ihre Jungen in die deckungsreichen Felder, doch der Landwirt will den ersten Schnitt der Saison tätigen. Eine ungünstige Kombination, die fürs Wild nicht nur sehr gefährlich, sondern teils auch tödlich sein kann. Um dem vorzubeugen, sind die heimischen Jäger und Landwirte in den vergangenen beiden Maiwochen bereits engagiert in den Feldern auf Kitzrettung unterwegs. ,,Dies ist gelebter Tierschutz!“

Wir begleiteten die Jäger bei ihrer umfangreichen Rettungsaktion im Jagdbezirk 4, zwischen Kiesbert, Reblin und Katerlöh, mit der Fotokamera, um so den Verlauf erfolgreich dokumentieren zu können. Diese zeitaufwendigen Aktionen finden derzeit in fast jedem Plettenberger und Herscheider Revier statt. Vor solch einer Aktion steht meist der Anruf des Landwirtes mit der Ankündigung, in den nächsten Tagen mähen zu wollen. Dabei gibt er den Jägern die genauen Flächen bekannt und beteiligt sich oftmals selbst mitsamt Familie an der Suche.

Akribisch suchen Jäger, Reiter und Hunde in der Wiese nach abgelegten Kitzen und Junghasen.
© F. Hanfler

Der Pächter, Moritz Marl, organisierte in Zusammenarbeit mit seinen Mitjägern, weitere Helfer und sogar technisches Fluggerät. Die betreffenden Wiesen wurden am Nachmittag und in den Abendstunden in mehreren Kolonnen von Jägern, Reitern und Hunden in einer Reihe langsam abgegangen. Hierbei verlässt man sich auf seine Beobachtungsgabe und die gute Nase des Hundes, der bei einem Fund eines Kitzes oder eines Junghasens durch Vorstehen oder intensivem Schnüffeln, ein solches anzeigt. Die Schwierigkeiten bestehen darin, dass der Jäger nie weiß, ob und wenn ja, wie viele Jungtiere sich in einer solchen Heuwiese befinden. Deshalb ist eine akribische Suche unmittelbar vor dem Mähwerk so wichtig.

Moritz zeigt wie es richtig geht: Gefundene Kitze werden niemals ohne Handschuhe und nur mit genügend Gras in den Händen angefasst. Menschliche Witterung, die am Fell der Kleinen anhaftet, veranlasst die Mutter sich ihrem Jungen nicht mehr anzunähern und folgend auch nicht mehr zu säugen- das Kitz verhungert elendig. Deshalb sind die besonderen, Geruchs vorbeugenden Maßnahmen so wichtig. Das Kitz wird an den Rand der Wiese in einen mit Gras ausgelegten Karton abgelegt. Der Landwirt mäht die Fläche unmittelbar und erst danach wird das Kitz wieder aus dem Karton vorsichtig in die randständige Vegetation in die Freiheit entlassen. Die Ricke, die solch einen Vorgang sicherlich aus der nahen Deckung heraus beobachtet, sucht ihr Kitz, meist noch in der folgenden Stunde, sobald Ruhe eingekehrt ist, wieder auf und führt es in ein neues Versteck . So gesehen, ist dies nur eine kurze Stressphase für Mutter und Kind, aber sein Überleben wurde so gerettet.

In den vergangenen Jahren hat sich eine weitere, moderne und äußerst effektive Methode zur Kitzrettung etabliert: Die Suche mit der Drohne aus der Luft, an der eine Wärmebildkamera angebracht ist. Diese zeigt jeden roten (körperwarmen) Fleck in der Wiese präzise an. Kitze und Junghasen können so schnell und effektiv geortet werden. Diese Suchmethode wird durch den heimischen Jäger Frank Hanfler erfolgreich angewendet. Große Flächen können so schnell abgeflogen werden und die Auffindungsrate liegt bei knapp 100 %. Er half im Herscheider Revier gerne mit, auch wenn dies für alle Beteiligten bedeutete, dass sie in den frühen Morgenstunden, bereits beim ersten Licht, in den Feldern standen. Heizt sich die Fläche erst einmal durch die Sonne auf, so kann die Wärmebildkamera bald schon ein Tier nicht mehr von einem heißen Maulwurfshügel unterscheiden. Die teure Anschaffung des Gerätes hat sich allerdings bereits vielfach rentiert, denn Hanfler fand bei seinen Flügen längst viele Kitze, die sonst sicherlich nicht alle die Mahd überlebt hätten.

In Herscheid konnten so bei der zwei tägigen Suchaktion, zwei Kitze und ein Junghase gerettet werden. Ein Aufwand der zwar viel Zeit und Engagement in Anspruch nahm, aber sich alle Male gelohnt hat. Nach der Mahd musste kein verletztes oder totes Wildtier beklagt werden. Eine Aktion die stolz und glücklich macht.  

© alle weiteren Bilder in diesem Bericht: F. Hanfler, M. Marl

Stellungnahme der Jäger

Landwirte und Jäger appellieren Rücksicht auf die Natur zu nehmen

Fehlverhalten mancher Erholungssuchenden birkt Risiken und Ärger – Auch in Zeiten der Corona Pandemie sollte man sich in Wald und Feld korrekt verhalten

Ungestört sein? Das Wild wird in seinem Lebensraum immer mehr beunruhigt.  – Hier gilt es für uns Jäger Aufklärungsarbeit zu leisten und für Hundebesitzer, Wanderer, Sportler und Biker Rücksicht zu nehmen!  Foto und © : P. Plassmann

Betretungsverbot der landwirtschaftlichen Flächen zum Schutz der Wiesen und Felder

In den vergangen Tagen und Wochen mussten Landwirte und Jäger leider vermehrt feststellen, dass vor allem die Heuwiesen und Äcker unter dem immer größer werdenden Erholungsdrang der Mitbürger stark in Mitleidenschaft gezogen werden. ,, Wir haben absolut Verständnis dafür, dass die Menschen in der schwierigen Zeit der Corona- Pandemie in der Natur Ablenkung und Erholung suchen. Uns freut das gesteigerte Interesse an unserer wundervollen Landschaft“, so der Hegering. Jedoch bemerken wir zunehmend, dass sich einige Hundebesitzer, Mountainbiker und Wanderer nicht an das Wegegebot halten. Wir müssen und wollen deshalb hier aufklären zum Schutze der Feldfrucht, der Futterwiesen und der Wildtiere!

Die Pflanzen leiden eh bereits wieder unter der großen Trockenheit, da ist es fatal wenn diese auch noch platt getrampelt werden. Groß ist die Sorge von Landwirt Friwi Schulz-Wiemann, wenn die frei laufenden Hunde sich dann auch noch in die Wiese lösen. Der Hundekot führt nicht nur dazu, dass der spätere Heuballen komplett faul wird und verworfen werden muss, was immerhin einen finanziellen Schaden von mindestens 50 Euro mit sich bringt. Viel schlimmer ist es jedoch, wenn der Kot unentdeckt bleibt und von Pferden und Kühen mit dem Heu gefressen wird. Die Tiere können dadurch schwer erkranken. Deshalb appelliert Schulz-Wiemann, der auch privat einen Hund führt, die Vierbeiner nicht mehr auf die Felder zu lassen und den Kot auch neben den Wegen bitte einzusammeln. Auch hier schleicht sich leider bei manchen Mitbürgern ein, den Kotbeutel ins nächste Gebüsch zu schmeißen. Diese Beutel gehören bitte in den Mülleimer!

,, Wir möchten betonen, dass es uns nicht um Belehrungen geht, sondern wir wollen aufmerksam machen mit fremden Eigentum respektvoll umzugehen. Immerhin leben die Landwirte und die Nutztiere von dem was auf dem Feld wächst, daher bitten wir sie um Rücksichtnahme„, erklärt Schulz-Wiemann.

Brut- und Setzzeit hat begonnen

Mit dem Frühjahr beginnt die Brut- und Setzzeit der Jungtiere. „ Zahlreiche Singvögel haben jetzt mit der Brut begonnen. Neben dem Hasen und Kaninchen, setzen zudem auch die Rehe bald ihre Kitze. Die Wildschweine sind bereits mit ihrem Nachwuchs unterwegs,“ erklärt Philip Plassmann, Obmann für Öffentlichkeitsarbeit im Hegering Plettenberg. Zur Zeit der Aufzucht brauchen die Wildtiere viel Ruhe, um ihre Jungen groß zu ziehen. Die Jägerschaft macht aufmerksam, dass sich Stress und Störungen vor allem durch frei laufende Hunde abseits der Wanderwege negativ auf die Tiere auswirken. „Wir bitten alle verantwortungsvollen Spaziergänger, auf den Wegen zu bleiben und Hunde an der Leine zu führen. „Leider kommt es immer wieder zu Zwischenfällen mit tragenden Tieren oder Jungtieren, durch freilaufende Hunde. Dieses Tierleid wollen wir unter allen Umständen verhindern,“ so Plassmann.

,, Wir bitten alle Erholungssuchenden um besondere Rücksichtnahme! Auch im letzten Jahr kam es leider in etlichen Revieren Plettenbergs wieder zu sehr unschönen Szenen, bei denen freilaufende Hunde im Feld oder im Wald, trächtige Ricken oder bereits gesetzte Kitze angefallen oder getötet haben. Diese Tiere haben leider danach fast keine Überlebenschancen mehr. Was bleibt, ist ein leidendes oder totes Tier und Betroffenheit bei allen Beteiligten. Dies kann durch vermehrte Aufmerksamkeit in diesem Jahr hoffentlich verhindert werden. ´´ Auch die Ausfahrt mit dem Mountainbike sei jedem gegönnt, aber bitte bleiben sie auf den offiziellen Wegen. ,, Wer teils in der späten Dämmerung mit Stirnlampe noch querfeldein fährt, verhält sich absolut rücksichtslos. Solche Fälle sind sehr ärgerlich und störend fürs Wild. Ich spiele ja auch nicht nachts bei ihnen im Schlafzimmer Schlagzeug“, erklärt Plassmann.

Grade die Bodenbrüter, Junghasen und -Kaninchen, sowie Rehkitze sind wegen freilaufender Hunde abseits der Wege stark gefährdet! Foto und ©: P. Plassmann

Vermeintlich Elternlose Jungtiere bitte nicht anfassen

Zudem häufen sich Fälle falsch verstandener Tierliebe in den letzten Jahren immer mehr, berichtet die Jäger. Feldhasen und andere Jungtiere, wie beispielsweise ein vermeintlich verwaistes Kitz, werden aufgesammelt und mit nach Hause genommen. „Jungtiere sollten unter keinen Umständen angefasst werden“, warnt Thomas Kroll-Bote, Obmann für Naturschutz und Biotophege. „Es ist ganz normal, dass ein Jungtier alleine, gut versteckt im Gras oder Feld sitzt. Hier wird es in einem ruhigen Moment von seiner Mutter gesäugt.“ Wird ein Tier angefasst, muss es verhungern, weil die Mutter nicht mehr zurück kommt. Wer sich unsicher ist, ob ein Tier verletzt oder verlassen ist, sollte sich an eine sachkundige Stelle wenden. Hierfür stehen der Hegering Plettenberg und seine Jäger gerne zur Verfügung.

Waldbrandgefahr bereits wieder hoch

Landwirte, Jäger und Förster bitten zudem alle Erholungssuchenden in Wald und Feld um besondere Vorsicht, da die Waldbrandgefahr bereits wieder hoch ist. ,, Der Waldboden und die Wiesenflächen sind wegen des Ausbleibens des dringend erhofften Regens staubtrocken. Eine unachtsam weg geworfene Zigarette kann bereits einen Brand auslösen„, so der Förster Kroll-Bote. In den letzten Tagen mussten in NRW bereits Waldbrände gelöscht werden, die durch Unachtsamkeit durch Personen entstanden sind. Es wird gebeten kein offenes Feuer im Wald und in seiner Nähe anzuzünden. Zigaretten sollten definitiv erloschen sein und bitte auch im Mülleimer entsorgt werden.

Wir hoffen auf Ihr Verständnis und Ihre Mitarbeit zum Wohle Landwirtschaft und der Wildtiere. Danke.

Jäger in der Öffentlichkeit

Jagdserie im heimischen Komplett Magazin

Exklusive Berichterstattung der Jägerschaft des Hegering Plettenberg in 2020

Foto: Komplett-Magazin/ Martin Büdenbender

Plettenberg und Umgebung. Mit großer Freude dürfen wir Ihnen mitteilen, dass der Hegering Plettenberg in Zusammenarbeit mit dem heimischen Komplett Magazin eine exlusive Berichterstattung in allen Ausgaben im Jahr 2020 ausgearbeitet hat. Ziel ist es im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit allen Naturbegeisterten und nicht jagenden Mitbürgerinnen und Mitbürgern unsere Jagdleidenschaft in Wort und Bild näher zu bringen. Hierbei ist seit letztem Donnerstag (02.04.2020) die erste Ausgabe erschienen.

,, Ihr Jäger schießt doch alles vor den Kopf was im Wald herumläuft!“ Wahrheit oder doch nur Vorurteil? Um diese Frage für die Öffentlichkeit ein für alle Male zu klären, möchten wir unsere Jagd und seine Bedeutung exklusiv vorstellen und Verständnis für unsere wichtigen Hegemaßnahmen wecken.

Im ersten Bericht geht es daher um die Grundlagen der Jagd. Es ist notwendig auf die Hege und Pflege, sowie auf die Biotoppflege und Lebensraumerhaltung aufmerksam zu machen, die mindestens genau so wichtig sind, wie auch die Selektion mit der Büchse. Ein Augenmerk liegt besonders auf der Sinnhaftigkeit und Notwenigkeit des Abschusses ausgewählter Stücke, sowie deren vollständige Verwertung zu hochwertigem Bio-Fleisch.

Ausblick: In den nächsten Ausgaben, welche im Sommer, Herbst und Winter 2020 erscheinen werden, möchten wir gerne in Kooperation mit den Jägerinnen und Jägern vor Ort die Themen: heimische Tierwelt, Jungjäger, Brauchtum, Drückjagden, Hundewesen, Nachsuche mit einem professionellen Schweißhundeteam, Forst und Wildfleischverwertung intensiviert vorstellen.

Das kostenlose Komplettmagazin ist ein regionales Magazin für die heimische Region zwischen Verse und Sorpe. Es behandelt unterschiedliche Themenpunkte, bspw. angefangen von Gastronmie über Bauwesen, von sozialen Projekten, bis hin zur Vorstellung diverser Vereine und Organisationen im regionalen Raum. Sie finden das Magazin in jedem Kiosk, sowie in zahlreichen Ausgabepunkte im Einzelhandel oder online unter www.Komplett-Magazin.de

Foto: Komplett-Magazin/ Martin Büdenbender

Neugierig geworden? Dann nichts wie los und holen Sie sich die erste Ausgabe unserer Berichterstattung. Das Team des Komplett Magazins und wir vom Hegering Plettenberg, wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen.

Alle Termine des Hegering Plettenberg wegen Corona bis auf Weiteres abgesagt (Anfang März 2020)

Auf Grund der Corona-Pandemie wird die JHV 2020, die Revierinhabersitzung und das Jahresnadelschießen des Hegering Plettenberg, sowie alle weiteren Veranstaltungen des Hegering Plettenberg mit sofortiger Wirkung abgesagt! Ersatztermine werden erst nach Anweisungen der Gesundheitsministerien getroffen und dann zeitnah bekannt gegeben. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Der Vorstand wünscht Ihnen allen weiterhin beste Gesundheit und für das neue Jagdjahr allzeit guten Anblick und ein kräftiges Waidmannsheil.

Litzenhirsche – Ein Problem mit tödlichen Folgen

Schon wieder: Verletzter Hirsch irrt durch Straßen

Ein viertes Tier kann von Jägern befreit werden: Anwohner entsetzt

Der unweit des Holthauser Wohngebietes qualvoll verendete Hirsch starb an den Folgen der um Geweih und Vorderlauf gewickelten Litze. Ein Anwohner „Auf der Lied“ berichtete den Jägern, dass das Tier im Todeskampf unweit der Häuser laute Schreie und Klagelaute von sich gab.

Plettenberg – Es ist wieder passiert. Zum dritten Mal in kürzester Zeit starb ein Hirsch,
weil er sich mit dem an manchen Zäunen befestigten Kunststoffgeflecht (Litze) strangulierte. Diesmal passierte es nicht mitten im Wald, sondern nur einen Steinwurf vom Holthauser Wohngebiet entfernt. Dort irrte der Hirsch zunächst durch die Straßen, ehe Anwohner seinen Todeskampf in der Nähe akustisch vernahmen. „Wie oft muss solch eine Tragödie noch geschehen, damit im Umgang mit der Weidezaunlitze endlich ein Umdenken und ein Handeln stattfindet?“, fragt Philip Plassmann, Obmann für Öffentlichkeitsarbeit im Hegering Plettenberg. Drei Plettenberger Jäger wurden Zeugen des Vorfalls am Montag, als sie in Holthausen unmittelbar neben einem Wohnhaus den qualvoll verendeten Hirsch fanden. Ein Anrufer meldete am frühen Montagabend, dass im Wohngebiet „Am Felde“ in Holthausen ein mit Litze verhedderter Hirsch umherirren würde. Eine sofort eingeleitete Such- und Rettungsaktion der dortigen Jäger musste in der Dunkelheit und im Nebel erfolglos abgebrochen werden. Keine Spur von dem verletzten Tier.
„Wir hatten gehofft, den Hirsch lebend einfangen zu können, um ihm die Litze abzuschneiden“, so die Jäger.

Knapp Zwanzig Minuten später folgte ein weiterer Anruf, diesmal der eines besorgten Anwohners ,,Auf der Lied“. Ein Tier würde am Rande des Grundstücks fürchterlich schreien und klagen. Obwohl sich auch der dortige Pächter mit seinen Jagdkameraden unmittelbar auf den Weg machte, Kam jede Hilfe zu spät. Sie fanden nach Eintreffen den bereits verendeten Hirsch unweit eines Wohnhauses. Das Tier verlor seinen Überlebenskampf vor Erschöpfung. ,,Ein Trauerspie, das fassungslos und sauer macht“, findet Philip Plassmann dafür deutliche Worte. Zeitgleich konnte im Bereich Wellin/Rärin auf Herscheider Gemeindegebiet nach Informationen des Hegerings ein weiterer mit Litze und einem Stickel verhedderter Hirsch befreit werden.

,, So kann und darf es nicht weitergehen“, kommentierte Plassmann die aktuelle Entwicklung. Er appeliert deshalb noch einmal eindringlich an die Landwirte und Pferdehofbesitzer, ihre Litzen akribisch zu kontrollieren und am besten abzunehmen. ,,Danken möchten wir den Anwohnern in Holthausen, die durch ihren Anruf bei uns richtig gehandelt haben, um uns bei der Rettungsaktion unterstützen konnten“, so Plassmann abschließend.

Bericht: Quelle: Süderländer Tageblatt, 22.01.2020, von Georg Dickopf; Bild: Quelle: Privat der Jäger des Hegerings Plettenberg

Die Polizei bittet um Vorsicht

„Wildtiere kennen keine Regeln“

INTERVIEW: Polizeisprecher erklärt, wie sich Unfälle vermeiden lassen

71 Wildunfälle gab es in Plettenberg – die meisten auf der Strecke zwischen Plettenberg und Oesterau, gefolgt von 26 Unfällen in Landemert und 15 bei Selscheid. (Quelle:DPA)

Plettenberg – Wenn man den Plettenberger fragt, wo es in den letzten Jahren die meisten Wildunfälle gab, werden die Tipps sehr häufig lauten: in Selscheid oder auf der K8 bei Landemert. Doch beides ist falsch. Die meisten Wildunfälle in den letzten beiden Jahren gab es nämlich auf der Strecke zwischen Plettenberg und Oesterau. 30 Stück waren es nach Angaben des Märkischen Kreises, gefolgt von 26 Unfällen in Landemert und 15 bei Selscheid. Einige Male mussten Polizeibeamte oder Jäger aber das angefahrene Wild vor Ort durch einen Gnadenschuss von seinen Qualen erlösen. Die von den Ordnungshütern protokollierten Sachschäden gingen in die Zehntausende Euro. Christof Hüls, Pressesprecher der Polizei, erläutert, was nach einem Wildunfall zu beachten ist, wie sich ein Zusammenstoß mit Reh oder Wildschwein vermeiden lässt und wen der beteiligte Autofahrer informieren sollte, wenn es doch zum Unfall
kommt.

Wie kann man einen Wildunfall vermeiden?
In jedem Fall sind vorausschauendes Fahren und ein erhöhtes Gefahrenbewusstsein nötig. Wildtiere kennen keine Verkehrsregeln, können die Geschwindigkeit eines Fahrzeugs nicht einschätzen und warten nicht am Straßenrand, bis Sie vorbeigefahren sind. Es ist leider so, dass Tiere, auch wenn sie ein Auto kommen sehen, trotzdem unmittelbar vor dem Fahrzeug auf die Straße springen. Bitte in jedem Fall abblenden, und zwar immer.

Spielt die Geschwindigkeit eine Rolle?
Natürlich, sie ist ganz entscheidend. Wie man es in der Fahrschule gelernt hat, gilt: Wenn Tempo 50 vorgeschrieben ist, muss man sich auch so verhalten. Wer mit 70 km/h unterwegs ist, riskiert aufgrund der höheren Aufprallgeschwindigkeit
sehr viel. Trifft der Autofahrer beispielsweise auf ein Wildschwein, potenziert sich das
auf das Gewicht eines ausgewachsenen Nashorns – und das wiegt bis zu 3,5 Tonnen.
Auch der Bremsweg verdoppelt sich.

Gibt es besonders gefährliche Zeiten und Orte für Wildunfälle in Plettenberg?
Nach Aktenlage der Polizei ereignen sich die meisten Unfälle in Richtung Oestertal, in Richtung Landemert und in Richtung Selscheid. Es gab auch Unfälle an der B 236 und der Allendorfer Straße. Alle Plettenberger Unfälle passierten zwischen 5 und 9
Uhr und 16 und 0 Uhr. Schwerpunkt ist dabei ganz klar die Zeit ab 19 Uhr. Kritisch sind vor allem die Phasen nach der Zeitumstellung. Denn die innere Uhr der Tiere tickt anders, plötzlich geraten Tier und Auto aneinander.
Die Polizei rät: bremsbereit sein und den Fuß vom Gas nehmen.

Die Wildtierunfälle in Plettenberg in den Jahren 2017 bis Januar 2019 zeigt diese Karte.
Lila sind 16 bis 35, rot 9 bis 15, orange 5 bis 8, gelb 2 bis 4 und grün Stellen mit einem
Unfall markiert. (Quelle: Geodatenportal MK)

Ich kann als Verkehrsteilnehmer nicht mehr ausweichen, das Wild steht auf der Straße. Soll ich auf jeden Fall versuchen, es zu umfahren, stehen bleiben oder was raten Sie?
Ein Ausweichmanöver birgt große Gefahren, weil man die Kontrolle über den Wagen verlieren kann. Ein Baum oder eine Hauswand sind härter als das Tier. Der Wagen könnte auch in den Gegenverkehr geraten. So gefährden Sie weiter Verkehrsteilnehmer. Deshalb besser voll bremsen, abblenden, hupen, Lenkrad festhalten und einen Zusammenprall in Kauf nehmen. Vielleicht ist es möglich, im letzten Augenblick die Bremse zu lösen und langsam am Tier vorbeizufahren.

Es ist zum Zusammenprall mit dem Wild gekommen. Was ist dann zu tun?
Natürlich ist die Warnblinkanlage einzuschalten und die Unfallstelle abzusichern. Es
gibt keine Pflicht, Warnwesten zu tragen, aber es macht Sinn.

Wer muss informiert werden?
Sind Personen verletzt, ist die Notnummer 112 wählen. Sie müssen einen Schaden auf jeden Fall sofort melden – entweder dem Jagdausübungsberechtigten, falls der bekannt ist. In jedem Fall ist ein Anruf bei der Polizei über die Rufnummer 110 nötig. Wir melden den Unfall dann weiter.

Was ist mit dem Tier auf der Fahrbahn?
Wenn möglich, das tote Tier an den Randstreifen ziehen. Das hilft, damit keine Folge- Unfälle passieren. VerletzteTiere besser nicht anfassen, da sie sich ganz sicher wehren.
Das angefahrene Wild darf übrigens nicht einfach mitgenommen werden, sonst droht eine Anzeige wegen Wilderei. Mitnehmen darf es nur der Jagdpächter.

Muss ich warten, bis die Polizei oder der Jagdausübungsberechtigte
am Unfallort erscheint?

Ja, das ist erforderlich. Die Polizei führt alle Ermittlungen vor Ort durch. Dazu gehören Spurensuche und das Anlegen eines Berichtes. Dann stellen die Polizei oder der Jagdpächter eine sogenannte Wildschadenbescheinigung ist. Die ist für die Kasko-Versicherung wichtig.

Muss der Autofahrer den Wildschaden am Ende zahlen?
Die Haftpflichtversicherung übernimmt Fremdschäden.
Bei der Teil- oder Vollkasko- Versicherung kommt es beim Schaden am Auto auf den vereinbarten Eigenanteil an.

Zusammenstoß mit Wildtieren: Wer zahlt was wann? Wenn ein Unfall mit Wildtieren passiert ist, entsteht häufig großer Sachschaden. In der neuesten Ausgabe der „Südwestfälischen Wirtschaft“, der Kammerzeitung der SIHK zu Hagen, heißt es dazu: „Grundsätzlich kommt die Teilkaskoversicherung für Unfälle mit Haarwild, dazu gehören Wildschwein, Reh, Hirsch, Fuschs, Hase, auf. Die Vollkaskoversicherung übernimmt in jedem Fall die Schäden am eigenen Fahrzeug. Kommt es nach einer Begegnung mit einem Wildtier zu einem Schaden am Wagen, der nicht durch einen Zusammenstoß, sondern etwa durch Ausweichen verursacht wird, handelt es sich nicht um einen Wildunfall. Hier kann der Schaden aber unter Umständen als sogenannter Rettungskostenersatz geltend gemacht werden. (Urteil des Oberlandesgerichts Saarbrücken, Aktenzeichen 5 U 356/10-57).

Woran erkenne ich gefährliche Stellen, an denen es zu Wildunfällen kommen
kann?
An dem Schild Wildwechsel oder daran, dass sich in der Nähe Hochsitze von Jägern befinden.

Bericht: Quelle: Süderländer Tageblatt, 20.01.2020, von Johannes Bonnekoh, Sebastian Schulz

Litzenhirsche – Ein Problem mit tödlichen Folgen

Pferdelitze fordert weiteres Todesopfer

Heimische Jäger sind stinksauer und appellieren an Landwirte

Mit einem Hegeschuss wurde dieser Damhirsch von seinen Qualen befreit.

Plettenberg/Herscheid – Das neue Jahr hat kaum begonnen, da mussten binnen einer Woche gleich zwei schwer kranke Damhirsche von heimischen Jägern erlöst werden. Schuld hatte dabei jedes Mal eine Pferdelitze – also eine Zauneinfassung aus Kunststoffgeflecht. Am vergangenen Wochenende wurde wie berichtet der erste Hirsch in Holthausen aufgrund der Schwere seiner Verletzungen erlegt. Nun blieb einem weiteren Jäger in Hüinghausen keine andere Wahl, als auch das Leiden dieses Tieres durch einen gezielten Schuss zu beenden. Philip Plassmann, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit beim Hegering Plettenberg, beschreibt die Situation wie folgt: „Es war ein Bild des Grauens, wie sehr sich der Damhirsch in der Pferdelitze verheddert hatte. Tief waren die Wunden am Träger (Hals) und am Lauf (Bein) ins Fleisch eingeschnürt und bedeuten für solche Opfer immer einen qualvollen und langen Todeskampf.“

Betroffen macht den Jäger, dass noch drei weitere betroffene und verletzte Hirsche in den heimischen Wäldern gesehen wurden, die sich ebenfalls mit Pferdelitze verhedderten, aber losreißen konnten. Entsprechend aufgebracht ist die Jägerschaft. Plassmann dazu: „Es reicht! Beim Anblick einer so geschundenen Kreatur überwiegt das Mitleid genauso wie der Ärger. Es kann nicht sein, dass die Jäger durch genaue Bestandszählungen im Frühjahr, folgend einen akribischen Abschussplan entwickeln, um übers Jahr die Damwildpopulation gesund und auf einem für die Natur angemessenen Bestand zu halten, wir auf der anderen Seite aber seit Jahren immer wieder mit solch grausamen Entdeckungen zu kämpfen haben. Dies ist nichts anderes als Tierquälerei, die leider viel zu oft in der Allgemeinheit unter den Tisch fällt. Im besten Falle verheddern sich die Hirsche nur mit ihrem Geweih. In schlimmeren Fällen, wie jetzt sind aber auch die Läufe und der Hals betroffen, die zu tiefen Wunden und Verstümmelungen führen.“ In der Vergangenheit hätten die Jäger immer wieder auch bereits verstorbene Tiere gefunden, die zuvor teils über Stunden ums Überleben kämpften, den Kampf aber vor Erschöpfung verloren.

Das Tier konnte mit höchster Anstrengung eingefangen werden.
Dieser Hirsch hatte Glück und konnte von der Litze befreit werden.
Ein erschöpfter Hirsch nach der Befreiung.

Nur selten gelinge es den Jägern, die Hirsche noch rechtzeitig zu befreien, leider bleibe dies aber die seltene Ausnahme. „Wir würden gerne jedem Tier solch große Leiden ersparen und ihm helfen, doch oft ist die Schwere der Verletzungen zu groß. Keiner hat Freude daran, solch verletzte Tiere erlösen zu müssen. Viel schlimmer ist es aber für das Wild selbst. Wer jemals einen Hirsch gesehen hat, der um Leben und Tod kämpft, weiß, welche Kräfte so ein Tier entwickeln kann“, erklärt Plassmann, der in dem Zusammenhang auch die nahezu unzerstörbaren Litzen nennt. Ursache für die Qualen sind nach Meinung des Plettenberger Jägers alleine die Pferdelitzen, die teils von den Landwirten, Pferdehofbesitzern und Landbesitzern nicht ordnungsgemäß kontrolliert würden. „Ein Litzenzaun muss straff gespannt sein, regelmäßig kontrolliert und instand gesetzt werden und im Zweifelsfalle und bei Nichtbenutzung der Koppel am besten komplett rückgebaut werden“, fordert die heimische Jägerschaft des Damwildringes.

Daher wendet sich nun die Jägerschaft mit dem folgenden Appell eindringlich an alle betroffenen Landbesitzer: „Arbeiten Sie bitte mit den zuständigen Jägern zusammen. Achten Sie auf Ihre Zäune. Wechseln Sie von der dünnen Litze auf weniger gefährliche Materialen und kontrollieren sie diese regelmäßig. Helfen Sie mit, dass die Damhirsche, die teils durch Neugierde oder Übermut in solche Zäune geraten, nicht im Nachhinein dadurch qualvoll und verstümmelt sterben müssen.“ Doch der Obmann für Öffentlichkeitsarbeit hat Hoffnung, denn einige der heimischen Landwirte, die teils selbst Jäger seien, kümmerten sich bereits stetig um ihre Weidezäune, kontrollierten sie und würden sie trotz des hohem Arbeitsaufwandes bei Nichtnutzung abnehmen. Deshalb hatten diese Landwirte laut Plassmann im vergangenen Jahr auch keinen verletzten oder toten Hirschen auf ihren Flächen zu beklagen. „Ein großer Erfolg, der auch auf anderen Wiesen wünschenswert ist“, findet der Jäger, der sich abschließend mit einer Bitte an die Bevölkerung wendet: „Falls Ihnen ein solch krankes Tier zu Gesicht kommt, oder wenn lose oder fehlerhaft aufgebaute Litze erkannt werden, wenden Sie sich bitte an die Jägerschaft oder die Polizei, damit alles von unserer Seite aus getan werden kann das Leiden des Wildes zu beenden.“

Bericht: Quelle: Süderländer Tageblatt, 18.01.2020, von Georg Dickopf; Bilder: Quelle: Privat der Jäger aus Hühinghausen (Herscheid), Bremcke und Holthausen (Plettenberg) (bleiben anonym)

Hegeringintern

Fuchsansitz 2020

Erlösung für schwer verletzten HirschStreckelegen des Hegerings: Jäger mit nur mäßigem Erfolg

Die Ausbeute der Jäger des Hegerings beim diesjährigen Streckelegen war nur mager                                   

Plettenberg – Für den Damhirsch war es wohl eine Erlösung: Im Rahmen des traditionellen Streckelegens des Hegerings stießen die heimischen Jäger unter anderem auf das schwer verletzte Tier. Kleine Strecke, große Beteiligung: 85 Jäger hatten seit Freitag Jagd auf Wildschweine und Füchse gemacht. Wie im Vorjahr allerdings mit nur mäßigem Erfolg: Drei Sauen, zwei Füchse und ein Damhirsch bildeten am Sonntagmorgen die relativ kleine Strecke am Köbbinghaus.

Dass die Jäger eine wichtige Aufgabe haben, zeigte der erlegte Damhirsch, den laut der Jäger aufgrund seiner schwerren Verletzungen ein qualvoller Tod erwartet hätte. Das Geweih war komplett in Pferdelitzen verheddert. Dies allein sei noch kein Todesurteil. Denn im besten Fall werfe der Hirsch die Litzen mit dem nächsten Geweihwechsel im Frühjahr ab. In diesem speziellen Fall hatte sich die dünne Schnur aber auch um die Läufe gewickelt. „Das Tier konnte sich kaum noch bewegen“, erklärte Philip Plassmann, der den stark geschwächten Hirsch erlöst hatte. Ein Lauf war halb abgefault, das Tier stark abgemagert. Mehrere Wochen musste es wohl schon unter den starken Schmerzen gelitten haben, schätzte Plassmann. Das Problem sei nicht neu: In den vergangenen Tagen hätten die Jäger mehrere Tiere mit Litzen im Geweih gesehen, erklärt Plassmann. Unserem Leser Heinz Korreck war vor wenigen Tagen erst noch ein solches Tier vor die Kamera gelaufen.

Der Damhirsch muss seit Wochen Qualen erlitten haben und wurde von Jägern erlöst.                                                                                                         

Die Jäger hatten die letzten Tage das Licht des Vollmondes für die revierübergreifende Jagd genutzt. 85 Jäger, darunter auch Gäste aus der Umgebung, waren dabei. „Die Beteiligung war super“, freute sich Plassmann. Das Ziel des Hegerings: Die Bestände von Fuchs und Schwarzwild zu regulieren. Viele Füchse seien an Räude erkrankt, einer tödlichen Krankheit, an der sich auch Hunde anstecken können. In Polen und weiteren europäischen Ländern grassiert zudem die Afrikanische Schweinepest (ASP). Ein Ausbruch in Deutschland ist nicht ausgeschlossen. Der Hegering ist bemüht, den hohen Wildschwein-Bestand zu verringern, um das Risiko zu minimieren. Diese Tiere legten die Jäger am Sonntag allerdings nicht zur Strecke. Gegen die Afrikanische Schweinepest gibt es keinen Impfstoff. Infizierte Haus- und Wildschweine sterben häufig nach kurzer Krankheit. Für Menschen ist der Virus ungefährlich. Nach den Signalen der Jagdhornbläser am Sonntag gingen die Jäger zum gemeinsamen Frühstück ins Köbbinghaus. Dank der positiven Kassenlage ging das Frühstück in diesem Jahr auf Kosten des Hegerings, verkündete Hegeringleiter Hartmut Tengler.

Bericht und Bilder: Quelle: Süderländer Tageblatt, 14.01.2020, von Jona Wiechowski

Jäger in der Öffentlichkeit

Die Rollende Waldschule auf der Plewo

Großer Andrang beim traditionellen Hegeringsstand am Plettenberger Stadtfest

Auch in diesem Jahr beteiligte sich unser Hegering wieder mit der Rollenden Waldschule am Plettenberger Stadtfest. Die gesamte Aktion war für uns Jäger wieder ein enormer Erfolg und hat nicht zu letzt deshalb für alle Beteiligten viel Spaß mit sich gebracht. Trotz des teils schlechten Wetters, war grade die Waldschule durchweg stark frequentiert und Jung bis Alt konnte begrüßt werden. Dieser öffentlichkeitswirksame Stand ist für uns bereits zur langjährigen Tradition geworden. Bei unseren engagierten und fachkundigen Jägerinnen und Jägern, konnten sich die Plettenberger Bürger, von Freitag bis Sonntag, genauer über die heimischen Wildarten informieren, auf ,,Streichelexkursion„ gehen oder aber erfahren, was der Waidmann im Revier alles für ehrenamtliche und nachhaltige Aufgaben tagtäglich erledigt.

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Am Sonntag tapfer dem Regen getrotzt …

Vor allem für die Kinder waren die zahlreichen, ausgestopften Präperate, hier vorallem das neu angschaffte Kitz oder aber den Igel zu nennen, von großem Interesse. Die anfängliche Scheu so manchen Kindes, wich schnell der übersprudelnden Wissbegierde, sobald sie das erste Mal den Fuchsbalg anfassen durften. Doch auch die Erwachsenen waren stetig neugierig. Von Bedeutung für sie, waren der ,, Automarder„, der auf dem Dachboden aktive Siebenschläfer, oder aber die Neozonen, wie bspw. der Waschbär. In diesem Jahr interessierten jedoch besonders die aktuellen Themen aus Natur und Wildbiologie: Die Afrikanische Schweinepest, die Rückkehr des Wolfes und der schwere Borkenkäferbefall. Hier konnten wir in vertieften Gesprächen genauer informieren und Auklärungsarbeit leisten, was für die Bürger einen besonderen Stellenwert hatte. Somit fielen die Rückmeldungen auf unseren Stand durchweg positiv aus, grade auch weil die Kinder vor Begeisterung gar nicht mehr von ihren Eltern vom Stand los zu reißen waren.

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… oder doch das heitere Wetter am Freitag und Samstag genossen.

Ein besonderes Schmankerl konnte zudem unser Bläsercorps zum Besten geben. Am Sonntag Nachmittag bereicherten sie unseren Stand und gaben ein längeres Ständchen mit diversen Jagdsignalen. Sauber vorgetragen, war es ein musikalisches Highlight, welches viele Mitbürger anlockte und lange applaudieren ließen.

Eine tolle Aktion mit großem Wert für die Jägerschaft, die nicht nur zur Information über die heimische Flora und Fauna dient, sondern auch einen Bürgernahen Wert besitzt. Wir Jäger konnten über unsere Naturverbundenheit, den aktiven Naturschutz und über weitere wichtige Aufgaben zum Wohle der Wildtiere, Rede und Antwort stehen. Das dies Ziel führend ist, zeigten uns die durchweg verständnissvollen Bürgerinnen und Bürger, die die Jagd nun mit teils anderen Augen betrachten und auch für sinnvoll erachten. Ein Erfolg für uns! Wir danken allen fleißigen Helferinnen und Helfern, danken den interessierten Kindern und Erwachsenen und kommen im nächsten Jahr gerne wieder.

Eine starke Truppe: unser Bläsercorps.

Hegeringintern

Sommer, Sonne, Hegeringsfest

Ein fröhliches Fest für uns alle

Das Bläsercorps eröffnete den Frühshoppen stilvoll mit jagdlichen Signalen

Auch in diesem Jahr konnten sich die heimischen Jägerinnen und Jäger über ein gelungenes Sommerfest unseres Hegerings freuen. Zahlreiche Mitglieder, aber auch Jagdgäste, sowie zum ersten Mal auch interessierte Nichtjäger, konnten vom Hegeringsleiter Hartmut Tengler begrüßt werden. Musikalisch wurde das Fest von unserem mitgliederstarken Bläsercorps begleitet. Neben den bekannten jagdlichen Signalen, hatten die Bläser auch einige neue Stücke vorbereitet.

Die hervorragende Bewirtung im stark frequentierten Bierwagen wurde von den neuen Pächtern des Bremcker Bürgerhauses, zusammen mit ihrem engagierten Team, übernommen. Sie sorgten bei den heißen Temperaturen für kühle Getränke und süße Speisen. Axel Böhner kochte, mit tatkräftiger Unterstützung in seinem Food Truck (Axel`s Wild Grill) kulinarische Highlights. Über Wildschweinwürstchen bis hin zu Pulled Pork Fries, zeigte er nicht nur sein gastronomisches Können, sondern machte auch deutlich, wie vielfältig gesundes Wildfleisch zubereitet werden kann. Wir danken euch allen für eure perfekte Bewirtung.

Gut gelaunt und viel zu tun hatten die beiden am Hegeringsfest

Rundum glücklich und bei ausgelassener Stimmung, feierte die Jägerschaar bis in den Abend hinein. Allerhand jagdliche Gespräche wurden geführt- von den neusten Erlegungen, spannenden Ansitzen und dem ein oder anderem Dönekes, war alles dabei. Dieses Fest zeigte einmal mehr, wie wichtig den Mitglieder die jagdliche Geselligkeit ist. Wir hoffen in Zukunft auch weiterhin diese Traditionsveranstaltung fortführen zu können, mit noch mehr Mitgliedern, Gästen und Highlights. Einen besonderer Augenblick erfuhr zudem noch eine frischgebackene Jungjägerin, denn sie wurde vom Hegeringsleiter offiziell mit dem traditionellen Jägerschlag als Neumitglied aufgenommen. Wir wünsche ihr viel Waidmannsheil.

Landesjagdverband

Tierische Enttäuschung auf der Urlaubsfahrt    

                                                 Die Schattenseite des Sommers

Jahr für Jahr werden Tausende von Haustieren zur Urlaubszeit ausgesetzt – ein grober Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, der größte Vertrauensbruch gegenüber einem Tier und zugleich eine Belastung für unsere Natur.

Hartmut Tengler, Vorsitzender des Hegering Plettenberg, erklärt: „Leidtragende sind nicht nur vor allem die ausgesetzten Hunde, Katzen und Co., sondern sekundär auch unsere heimischen Wildtiere.“ Er fordert zu verantwortungsbewusstem Handeln auf. Den ausgesetzten Hunden und Katzen bleibe ja gar nichts anderes übrig, als sich aus der Natur zu ernähren, indem sie wildern.

Mit dem Plakat für den Monat August weisen der Landesjagdverband NRW und die Kreisjägerschaft  auf Alternativen hin. Nachbarn, Freunde und Tierpensionen nehmen oft gerne Minka oder Rex für die Urlaubswochen auf.

„Oder wie wäre es, das Haustier einfach mit in den Urlaub zu nehmen?“ schlägt Oliver Thole vor, Obmann für Hundewesen und selbst Besitzer eines Hundes. “Viele Hotels und Pensionen sind dazu gegen Zahlung einer geringen Pfotengebühr gerne bereit.  Das ist ein tolles Erlebnis für die ganze Familie und für den Vierbeiner ohnehin das Größte.“

Trotzdem werden alljährlich zur Urlaubszeit Haustiere ausgesetzt. Tierleid gibt es also bei uns genug. Man muss nicht noch zusätzlich aus dem Urlaubsland einen echten oder vermeintlichen Straßenhund mitbringen!Unsere Tierheime sind voll. Zunehmend erlassen Kommunen daher Hundehaltern für mehrere Jahre die Hundesteuer, wenn sie ein Tier aus dem Tierheim aufnehmen. Ein Beispiel, was Schule machen sollte. „Noch besser wäre es, wenn die Kommunen in diesem Zuge auch gleich die Hundesteuer für Jagdgebrauchshunde abschaffen würden. Schließlich leisten wir Jäger mit unseren Hunden einen wichtigen Beitrag für Gesellschaft und Tierschutz, beispielsweise nach Wildunfällen,“ so Thole.

Zudem sollte man bei den heißen Temperaturen zurzeit seinen Vierläufern besondere Aufmerksamkeit schenken und sie vor Überhitzung und Dehydrierung schützen. Das Tier auf der Fahrt in den Urlaub niemals für längere Zeit im geschlossenen Auto lassen und immer genügend Wasser dabeihaben. Leider liest man immer wieder von Tragödien- das muss nicht sein!

Info und Service

Wer Haustiere aussetzt, muss mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. Nach §3 des Tierschutzgesetzes ist es verboten, Tiere auszusetzen. Die Ordnungswidrigkeit wird zu Recht mit einer Hohen Geldbuße bestraft. Wer sein Haustier in die Obhut Dritter gibt, muss ein paar Dinge beachten: Machen Sie Ihr Haustier im Vorfeld mit dem Betreuer vertraut. Wichtig sind dabei Informationen zum Fütterungsverhalten, Auslauf, Krankheiten und die Adresse des Tierarztes für den Notfall. Sollte sich kein Bekannter finden, gibt es Tierpensionen und spezialisierte Hotels für Vierbeiner. Ebenfalls bieten viele Züchter an, die Urlaubsbetreuung ihres Zöglings zu übernehmen. Wie reagieren, wenn Sie ein ausgesetztes Tier finden? Schnelles Handeln ist erforderlich. Gerade im Sommer ist die Hitze eine schlimme Gefahr. Ob Hitzschlag oder sogar Hitzetod – benachrichtigen Sie schnellstmöglich die Polizei, Feuerwehr oder das örtliche Ordnungsamt. Seien Sie vorsichtig, wenn das Tier scheu oder verängstigt ist und bieten dem vernachlässigten Tier vor allem an heißen Tagen etwas Wasser an.

Ankündigung

Unser Hegeringfest naht

Damals noch auf dem Grävinglöh, dieses Jahr wieder in der Bremcke. Unser Hegeringsfest bleibt das Sommerhighlight für die ganze Jägersfamilie.

Am Samstag, 24. August 2019 im Bürgerhaus Bremcke (Grundgasse 9, Plbg.) Fassanstich ist um 11 Uhr.

In diesem Jahr findet unser Hegeringfest erneut im Bürgerhaus Bremcke statt. Die Mitglieder des Hegerings Plettenbergs und interessierte Gäste sind herzlich willkommen. Wir würden uns freuen auch andere Jäger aus dem Märkischen Kreis begrüßen zu dürfen.

Für das leibliche Wohl wird wie in den Vorjahren bestens gesorgt. Bei kalten Getränken und leckeren Spezialitäten vom Grill, freuen wir uns auf heitere Gespräche und einen schönen Nachmittag in geselliger Runde. Auch für die Kinder wird, dank einer Vielzahl an Spielgeräten, einiges geboten. Das Bläsercorps sorgt für ein stilvolles und musikalisches Rahmenprogramm.

Zusagen bitte bis zum 12.08.19 per Mail beim Hegeringleiter: h.tengler@schulte-tengler.de Der Vorstand freut sich über eine große Teilnahme.

Landesjagdverband

Achtung!- Es wird wild auf den Straßen

Landesweite Kampagne der Jägerschaft für besondere Vorsicht im Straßenverkehr in der Blattjagdzeit startet. ,, Wir erhoffen uns mehr Aufmerksamkeit der Autofahrer und dadurch die Vermeidung/Reduzierung von Wildunfällen und Fallwild„

Aktuell bittet die Kreisjägerschaft alle Verkehrsteilnehmer um besondere Aufmerksamkeit im Bereich der Landstraßen und den zahlreichen Schleichwegen. Die eigentlich dämmerungsaktiven Rehe sind jetzt, trotz der stellenweise großen Hitze, besonders aktiv. Sie haben im Juli und August Paarungszeit. Nicht nur wie sonst in der Dämmerung, sondern nun auch tagsüber folgt der Rehbock der Ricke viele Kilometer und gönnt sich kaum eine Pause. Dabei queren sie häufiger als sonst unsere zahlreichen Landstraßen. Dies geschieht leider völlig unvermittelt. Es kann zu brenzligen Situationen kommen. ,, Man muss nun zu jeder Stunde mit Rehen rechnen, die teils sehr schnell die Straßen überqueren„, so Philip Plassmann, Obmann für Öffentlichkeitsarbeit des Hegerings Plettenbergs.

„Voller Gedanken an seine Herzdame vergisst der Bock schnell die Gefahr, die von einer viel befahrenen Straße ausgeht. Um unnötiges Tierleid zu vermeiden, bitten wir gerade in dieser Zeit um erhöhte Aufmerksamkeit im Straßenverkehr!“, warnt eindringlich Hartmut Tengler, Vorsitzender des Hegerings Plettenberg. Die Häufigkeit an Wildunfällen ist in Plettenberg nach wie vor hoch und das obwohl zahlreiche Warnschilder auf Wildwechsel aufmerksam machen sollen. Leider werden diese aber oft genug von den Verkehrsteilnehmern nicht richtig wahrgenommen.

Fahren Sie also bitte den Sichtverhältnissen angepasst und geben besonders acht auf Straßen nahe der Wälder und Felder. ,, Eher etwas langsamer fahren und sicher nach Hause kommen, als einen Unfall mit einem Reh zu riskieren„. Sollten sie Wildtiere am Straßenrand ausmachen, bremsen Sie rechtzeitig ab und machen Sie sich mit Lichthupe und lautem Hupen bemerkbar. Warnen sie gegebenenfalls andere Autofahrer durch Warnblinklicht oder Lichthupe.

Falls es doch zu einem Unfall kommt, muss unbedingt die Polizei verständigt werden. Die Beamten kontaktieren dann den zuständigen Jagdausübungsberechtigen: „Auch wenn bei Ihrem Fahrzeug kein Schaden entstanden und das Tier weggelaufen ist, begehen Sie eine Ordnungswidrigkeit, wenn Sie den Unfall nicht melden.“ Bei allen Paarhufern, dazu zählen Rehwild, Damwild und Wildschwein muss nach dem Landesjagdgesetz die Polizei gemeldet werden. ,, Melden Sie also bitte den Unfall aus Respekt vor dem Tierwohl„

Die zeitnahen Nachsuchen angefahrener Tiere liegen den Jägern sehr am Herzen, da die Tiere durch innere Verletzungen sonst oft qualvoll verenden. Zu diesem Zweck stehen in allen Jagdrevieren im Märkischen Kries Hundegespanne zur Verfügung, die zeitnah helfen können.

Hegeringintern

Hoher Besuch zur Jahreshauptversammlung

Bundestagsabgeordneter Thies: ,, Jägergeld bleibt in Jägerhand„

Plettenberg: Zur diesjährigen JHV unseres Hegerings, durfte der Vorstand gleich zwei prominente Politiker begrüßen, die vielen Jägerinnen und Jägern in NRW bekannt sein sollten: Hans Jürgen Thies, Mitglied des Bundestags (CDU) und Vizepräsident des Landesjagdverbandes, sowie Marco Voge, Mitglied des Landtags (CDU). Folglich waren die Vorträge der beiden Südwestfalener der Höhepunkt dieser Veranstaltung. Herr Thies referierte ausführlich zu den Änderungen des Landesjagdgesetzes NRW und konnte bei der Vielzahl an Neuerungen mit Fachwissen und allerhand Anekdoten mehr Klarheit bei den Mitgliedern hervorrufen. Themenpunkte waren hier unter anderen: Erweiterung des Katalogs der jagdbaren Arten, Jagd- und Schonzeiten und Baujagd. Der äußerst symphatische und rhetorisch einwandfreie Redner, schaffte es, den positiven Schwung, der von uns Waidmännern so sehr gewünschten Veränderung, weg vom ideologisch geprägten ,, Schrott„ der Vorgängerregierung, zum weitestgehend, alten Landesjagdgesetz, aufzugreifen und ein Gefühl des widererstarkten Selbstbewusstseins der nordrheinwestfälischen Jäger zu schaffen. Doch er sah sich auch kritischen Stimmen konfrontiert, bspw. zur Jagdabgabe, dem Übungsnachweiß oder auch zur bleifreien Munition. Eine rege Diskussionsrunde entstand.

Im Anschluss folgte die Ansprache von Herrn Voge. Er schloss sich weitestgehend seinem Vorredner an, beteuerte das ca. 85% unserer Vorderungen durchgekommen sind, was ein großer Sieg für die Jäger und den Artenschutz bedeutet. Im Hinblick auf die lautgewordene Kritik in den oben genannten Punkten, verwies Voge auf die Tatsache, dass Gesetze nicht feststehend, sondern dynamisch sind, und somit Änderungen und Verbesserungen jederzeit möglich seien. Beeindruckt waren dann viele, als er einen Notizzettel hoch hielt und sämtliche Kritiken der Plettenberger Jägerinnen und Jäger, die während der Diskussionsrunde aufkamen, akribisch aufgeschrieben hatte, mit dem Zweck, sie schnellstmöglich an die politischen Kollegen weiterzuleiten, damit die Stimmen zum neuen Landesjagdgesetz und die damit verbundenen Änderungswünsche angehört werden, ernst zu nehmen und zu überdenken sind. Auch appelierte er weiter, er sei ein Politiker für die Jäger im Sauerland und steht bei Rückfragen oder Vorschlägen gerne zur Verfügung.

Symphatisch traten die beiden Politiker auch weiterhin auf, denn Sie hatten sichtlich Freude daran, der Versammlung bis zum Schluss beizuwohnen und standen im Anschluss noch lange für Gespräche zur Verfügung. Der gesamte Hegering möchte sich deshalb bei Herrn Thies und Herrn Voge recht herzlich bedanken.

Die folgenden Berichte des Vorsitzenden Hartmut Tengler und der Obleute waren durchweg mit positiven Themen gespickt. So konnten im letzten Jahr bspw. 9 neue Jäger in unseren Hegering aufgenommen werden. Das Bläsercorps war und ist äußerst aktiv, genau wie die Mitglieder, welche die Öffentlichkeitsarbeit vorran treiben. Kritik musste Tengler allerdings an 12 Reviere austeilen, die teils seit Jahren keine Streckenmeldung einreichen, und/oder ihre Trophäen nicht vorzeigen.

Ein großer Dank galt auch zwei weiteren Gästen. Kai Hagen von der Sparkasse Plettenberg und Michael Schröder vom P-Weg Team. Beide überreichten den Plettenberger Jägerinnen und Jägern im Vorfeld der JHV eine großzüge Spende.

Geehrt wurden in diesem Jahr für langjährige Mitgliedschaft: Matthias Helmstetter (40 Jahre) und Heribert Lill (60 Jahre). Kay Hömberg wurde für seine Verdienste im Vorstand mit der Verdienstnadel LJV Bronze geehrt. Wir gratulieren den dreien herzlich. Die Trophäenschau wurde dieses Jahr zum ersten Mal durch zwei weitere Prämierungen noch interessanter. Es wurden der beste Hegeschuss, ein Knopfbock, sowie der abnormste Bock mit einem Preis belegt. Im Hinblick auf die stärksten Böcke, sicherten sich A. Führt die Bronze-, R. Kruck die Silber-, und Dr. D Plassmann die Goldmedaille mit 108,6 CIC Punkten. Dieser Rehbock, ein absoluter Außnahmebock, erringt somit International die Bronzemedallie, was im Hegering Plettenberg lange nicht vorgekommen ist. Auch hier wünschen wir den drei Prämierten ein kräftiges Waidmannsheil.

Jäger in der Öffentlichkeit

Autoreifen, Schlauchboot und Co.

Was man nicht alles in seinem Revier findet? Trotzdem wir leider von den Plettenberger Jägerinnen und Jäger weniger als gedacht waren, hat sich der Aufwand aber mehr als gelohnt. © Foto: S. Plassmann

Die Jägerinnen und Jäger des Reviers GJB6 sammelten zusammen mit Familien und Freunden am Samstag im Bereich der Felder und Wälder in Holthausen und der Hechmecke. ,, Wir waren teils erschrocken, wie viel Unrat, also nicht einfach nur mal eine Verpackung oder eine Flasche, im Wald lagen.„ Neben 4 vollen Säcken mit Müll, fanden wir ein mutwillig entsorgtes Badezimmer (Badewanne, Toilette und Fliesen), zudem 6 Reifen, ein Fahrrad, ein Pavillon und sogar ein Schlauchboot und dies alles in zwei Arealen, welche eigentlich Wasserschutzgebiet sein sollten.

Uns allen hat die Aktion sehr viel Spaß bereitet und wir ließen den Tag im heimischen Garten, bei einem gemeinsamen Mittagessen ausklingen. Wir sind im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder dabei und hoffen, dass dann auch mehr Jägerinnen und Jäger des Hegerings teilnehmen, denn wie man sieht, lohnt es sich. Wir bedanken uns ganz herzlich bei der Stadt Plettenberg und dem Bauhof für die Fortführung dieser tollen Aktion.

Ankündigung

Damwildzählung

Sehr geehrte Waidgenossin, sehr geehrte Waidgenossen, bezugnehmend auf die Verpflichtung eine Wildzählung zur Bestandsermittlung und Abschussplanung des Damwild in unserer Hegegemeinschaft durchzuführen, dürfen wir an den gemeinsam festgelegten Termin zur Bestandsermittlung erinnern.

Dazu erging anlässlich der letzten Jahreshauptversammlung die Vereinbarung, diese am Samstag 06.04.2019 in der Zeit von ab Beginn der Dämmerung – ca. 09:30 Uhr durch zu führen. Die Zählung der einzelnen Kreaturen soll in folgenden Gruppen erfolgen:

Kahlwild 1) Kälber aus dem letzten Jahr : – getrennt männliche/weibliche (!) 2) Schmaltiere aus dem letzten Jahr 3) Alttiere Hirsche in folgenden Gruppen 1) Spießer aus dem letzten Jahr 2) Junge Hirsche 2. – 3. Kopf 3) Mittelalte Hirsche 4. – 7. Kopf 4) Alte Hirsche ab 8. Kopf

Die Ergebnis-Meldungen bitten wir bis zum 08.04.2019 per Mail oder telefonisch an Ihren Blockbeauftragten weiterzuleiten. Schon jetzt verweisen wir auf den Termin unserer Jahreshauptversammlung am 16.04.2019 um 19.00 Uhr im Forsthaus Habbel.

Herzlichen Dank im Voraus für Ihre Bemühungen. Mit freundlichem Gruß, guten Anblick und Waidmannsheil Ulf Schneider (Damwildhegering)

Ankündigung

Plettenberg Putzmunter

An die Müllsäcke, fertig, los geht´s !

Wie in den letzten Jahren auch findet 2019, am Fr. 05./ Sa. 06. April, die Plettenberger Müllsammelaktion unter dem Motto „PlettenBerg putzmunter“ wie geplant statt. Die Aktion ist dank der vielen fleißigen Helfer zu einer Tradition in Plettenberg geworden. ,, Alle, die mitmachen, setzen sich für eine gesündere Umwelt und mehr Wohlgefühl in unserer Stadt ein. Ein großes DANKESCHÖN dafür„ , schildert Frau Wystrach, Koordinatorin dieser Aktion im Plettenberger Rathaus.

Daher würde sich der Hegering Plettenberg freuen, wenn sich auch aus unseren Reihen der Jägerinnen und Jäger, einige aktive Helfer finden würden, die gemeinsam mit anderen Vereinen zu den Müllsäcken greifen. Wenn Sie sich also auch durch diese Aktion angesprochen fühlen und Ihnen die Sauberkeit unserer Reviere genauso wichtig ist, wie uns, dann melden Sie sich gerne per Mail bis zum 27.03.19 bei mir:

Kontakt: p.plassmann@hegering-plettenberg.de Weitere Informationen und Absprachen erfolgen bei Anmeldung. Wir freuen uns auf Ihre Mithilfe.

Landesjagdverband

3 März- Tag des Artenschutzes

Jäger schützen unsere heimischen Wildtiere und deren Lebensraum.

In Deutschland wird der Artenschutz großgeschrieben, so auch bei uns in Plettenberg. Die heimischen Jägerinnen und Jäger hegen und pflegen selbstständig und aus eigenen Mitteln die Kulturlandschaft. Warum? ,, Weil uns die gesamte Natur am Herzen liegt!„

„Die intensive Pflege und mühevoller Erhalt unserer Landschaft ist uns äußerst wichtig“, berichtet Hartmut Tengler, Hegeringsleiter in Plettenberg. Wir fördern ebenfalls, zusammen mit vielen ehrenamtlichen Helfern anderer Vereine eine artgerechte Biotopgestaltung.„, so Tengler weiter.

Was viele Mitbürger gar nicht mit der Jagd in Verbindung bringen, ist der umfangreiche Arten- und Biotopschutz, den die Jäger tagtäglich und selbstverständlich gerne leisten. ,, Für uns ist die Jagd gelebter Naturschutz.„, ergänzt Thomas Kroll-Bothe, Obmann für Naturschutz. Biotopverbessernde Maßnahmen, wie beispielsweise das Anlegen von Blühstreifen und Feldholzinseln, sind genauso wichtig, wie die intensive Bejagung des Raubwildes, die Eindämmung von Wildkrankheiten oder die Hasenzählung im Frühjahr und Herbst für einen gesunden Besatz.

Wildtierfreundlich und nachhaltig sind beispielsweise das Anlegen und die Pflege von artgerechten Lebensräumen an Waldrändern und Hecken, grade auch in Zeiten des Klimawandels. Die Jägerinnen und Jäger wissen, wie wichtig dort beerentragende Sträucher, Wildobstbäume und Kräuter sind. Denn sie sorgen für Nahrungsvielfalt für unser Niederwild, geben den Singvögeln eine schützende Nistplatzgelegenheit und liefern gleichzeitig in der Frühjahrsblüte Nektar für Insekten. Dies kommt auch den Honigbienen zu Gute. Feldhase, Fasan, Rebhuhn und Co. werden zusätzlich durch die Bejagung ihrer Fressfeinde , wie dem Fuchs, von Jägern geschützt. So werden rückläufige Arten vor dem örtlichen Aussterben bewahrt. „Viele Faktoren müssen für den Artenschutz beachtet werden. Deswegen sind unsere Maßnahmen so vielseitig. Wir schaffen und erhalten Ruhezonen genauso wie Äsungs- und Deckungsflächen, denn auch das ist Jagd„, berichtet Philip Plassmann, Obmann für Öffentlichkeitsarbeit.

Der Tag des Artenschutzes verdeutlicht, wie wichtig ein generell funktionierendes Ökosystem für uns alle ist, egal ob Sportler, Reiter, Wanderer oder Jäger. Leider wird dies viel zu oft als Selbstverständlichkeit hingenommen. Doch es gibt grade auch in Plettenberg viele aktive Helfer in Sachen Natur, wie beispielsweise die ,, Nistkästenaktion„ des SGV Holthausen in Zusammenarbeit mit der Jugendfeuerwehr Plettenberg. Auch die jährliche Müllsammelaktion unter dem Slogan Plettenberg putzmunter ist lobend zu erwähnen. ,, Wir freuen uns über jeden Naturliebhaber der unsere Heimat in dieser Sache tatkräftig unterstützt, um unsere vielseitige und schöne Natur zu erhalten.

Hegeringintern

Fuchsansitz 2019 –  Frühlingshafter Ansitz statt winterliche Kälte

Auch in diesem Jahr fand zum Februarvollmond der traditionelle Fuchsansitz des Hegerings Plettenbergs statt. Trotz der zahlreichen und revierübergreifenden Ansitze, machte uns das warme Frühlingswetter jedoch leider einen Strich durch die Rechnung. Es konnten lediglich eine Sau, zwei Füchse und zwei Marder gestreckt werden. Allen Erlegern und dem Jagdkönig Waidmannsheil.

Beim brauchtumsgerechten Streckelegen vorm Bremcker Bürgerhaus, verbließ das Bläsercorps die Jagdsignale vor rund 70 Jägerinnen und Jägern. Im Anschluss folgte das ersehnte Fuchsfrühstücksbuffet und selbstverständlich auch das ein oder andere Frühshoppenbier bei höchst ausgelassener Stimmung.

Leider wurde die Veranstaltung nach vierzehn Jahren zum letzten Mal von Bernd und Sabine Schrader, den bisherigen Pächtern des Bürgerhauses, mit übernommen. Wir bedanken uns im Namen aller Jäger recht herzlich für ihre hervorragende Bedienung und Mitorganisation in all den Jahren und wünschen ihnen für die Zukunft alles Gute.